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  • Kritik: Barry Sonnenfelds pubertäre Familienkomödie

    Mit fachmännischen Handgriffen versucht ein gestresster Familienvater (Robin Williams), den überlaufenden Toilettentank des gerade gemieteten Wohnmobils zu entleeren. Dabei spritzt aus den Abwasserschläuchen plötzlich eine unappetitliche, braune Flüssigkeit, mit der er von Kopf bis Fuß übergossen wird.

    In seiner neuen Komödie «Die Chaoscamper» beschert US-Regisseur Barry Sonnenfeld («The Addams Family», «Men in Black») einer amerikanischen Durchschnitts-Familie ein zweifelhaftes Ferienvergnügen in den Rocky Mountains, bei dem sie förmlich von Pech, Pannen und Pleiten verfolgt werden: enttäuschend, einfallslos, erbärmlich.

    Die Idee zu dieser eindimensional erzählten Geschichte stammt von dem amerikanischen Produzenten-Ehepaar Lucy Fisher und Douglas Wick, die selbst vor einigen Jahren selbst mit einem Wohnmobil in den Urlaub gefahren sind und Potenzial für eine Komödie darin entdeckten, dass die komplette Familie dabei auf engstem Raum zusammengepfercht ist.

    Fürs Drehbuch verpflichteten sie den Autor Geoff Rodkey («Der Kindergarten-Daddy»). Neben Oscar-Preisträger Williams («Good Will Hunting») und dem Komödien-Regisseur Sonnenfeld konnte das Team für die weitere Besetzung Jeff Daniels («The Purple Rose of Cairo», «Der Tintenfisch und der Wal»), Cheryl Hines («Herbie: Fully Loaded») sowie Kristin Chenoweth («Der rosarote Panther») gewinnen.

    Auf der turbulenten Urlaubsreise muss der geplagte Familienvater nicht nur die Kontrolle über das überdimensionale Fahrzeug behalten, sondern auch noch heimlich eine Präsentation für einen wichtigen Geschäftstermin in Colorado vorbereiten. Während seine nörgelnde Sippschaft noch dem ursprünglich geplanten Hawaii-Urlaub nachtrauert, gerät der Marketing-Experte immer wieder in Erklärungsnot und aberwitzige Situationen. Als Retter in der Not erweist sich dabei ausgerechnet eine penetrante Profi-Camper-Familie, die ihnen ständig auf den Fersen ist.

    Gedreht wurde die belanglose Familienkomödie im kanadischen British Columbia in der Umgebung von Vancouver sowie den Canadian Rockys. Sonnenfeld liefert anspruchslose Kinounterhaltung mit platten, vorhersehbaren Gags, die einen peinlich hohen Fäkal-Faktor aufweisen. Die Schwächen des Drehbuches kann selbst das Komik-Talent Williams nicht ausgleichen. In den USA hat die mit pubertärem Humor und tumben Klischees überladene Filmklamotte jedoch voll den Nerv des Publikums getroffen und schon über 65 Millionen Dollar eingespielt.

    Birgit Heidsiek, dpa

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