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  • Kritik: Außerirdische versenken eine Stadt ins Dunkel

    Köln - John Murdoch wacht in einem Hotelzimmer neben einer Frauenleiche auf. Er weiß weder, wer er ist, noch kennt er die Frau. Von diesem Moment an beginnt für Murdoch alias Rufus Sewell ("Martha trifft Frank, Daniel Laurence") in Alex Proyas neuem Film "Dark City" ein Wettlauf mit der Zeit.

    Bei der Suche nach seiner Identität und der Flucht vor einem Polizisten, der ihn für einen Serienmörder hält, kommt er dem dunklen Geheimnis der Stadt allmählich auf die Spur. "Dark City" wurde beim Filmfestival in Cannes außer Konkurrenz gezeigt. Beim Fantasy-Filmfestival in München, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Berlin und Hamburg läuft er zur Zeit als Abschlußfilm.

    Jungregisseur Proyas ("The Crow") erzählt in seinem zweiten Film ein Märchen, in dem mit Urängsten der Menschen wie etwa der Angst im Dunkeln gespielt wird. Der "paranoide Dreh" in dem Science-Fiction-Thriller stamme aus Kindheitsträumen, berichtet Proyas. Während er schlief, seien ihm dunkle Gestalten erschienen, die in sein Zimmer eingedrungen seien und Dinge verändert hätten. In "Dark City" sind diese Gestalten eine aussterbende, außerirdische Spezies mit bleichen Gesichtern und schwarzen Mänteln. Um Mitternacht halten sie die Zeit an, versetzen die Einwohner in einen komaartigen Schlaf und verändern das Stadtbild und die Identität der Menschen.

    Nur Murdoch kann der Hypnose entkommen und erkennt die Gefahr. Wie die Außerirdischen ist auch Murdoch in der Lage, allein durch seine Willenskraft Häuserblöcke zu verschieben oder Flüsse verschwinden zu lassen. Mit Hilfe des mysteriösen Arztes Doktor Schreber, gespielt von Kiefer Sutherland, entkommt Murdoch immer wieder seinen Verfolgern. Einen Anführer der Fremden spielt Richard O'Brien, der als buckliger Diener Riff-Raff in der "Rocky Horror Picture Show" bekannt wurde.

    Der Film entstand in Australien komplett im Studio. "Wir haben alles in allem 50 Studio-Sets gebaut", sagt Produzent Andrew Mason. Die Stadt sollte wie aus verschiedenen Zeitaltern zusammengeschmolzen wirken, berichtet Proyas. Daher sind moderne Autos vor 40er-Jahre-Bauten zu sehen. Proyas vergleicht die Stadt mit einem "düsteren Disneyland". Mithilfe eines digitalen Verfahrens werden eindrucksvoll die Veränderungen der Stadt gezeigt: Schornsteine schießen empor, Gebäude versinken oder erheben sich ächzend aus der Stadt.

    Proyas wollte für seinen Film nicht die gängigen Science Fiction-Muster nutzen, für die Ausgestaltung ebenso wenig wie für den Inhalt: "In der Literatur war Science Fiction von Anfang an das Genre, das den eigenen Blickwinkel aufs Leben verändern konnte. Trotzdem wird das im Kino fast nie so genutzt, da geht es meistens bloß um irgendwelche riesigen Raumschiffe, die Städte in die Luft jagen." "Dark City" setzt nicht auf Raumschiffe und eklige Figuren, sondern auf eine philosophische Frage: Was macht den Menschen einzigartig? Das versuchen die dunklen Gestalten mit der blauen Glibbermasse im Kopf herauszufinden, um ihr eigenes Überleben zu sichern.

    Stefanie Geiger, dpa

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