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  • Kritik: Aufwühlendes Schicksalsdrama

    Laute, tumultartige Geräusche reißen eine Fünfzehnjährige (Alison Lohman) in den frühen Morgenstunden aus dem Schlaf. Nachdem es an der Haustür geklopft hat, sieht sie nur noch, wie ihre Mutter (Michelle Pfeiffer) in Handschellen abgeführt wird. Kurze Zeit später steht die Fürsorge vor der Tür. In Windeseile muss das Mädchen seine Koffer packen.

    In dem amerikanischen Kinofilm "Weißer Oleander" setzt sich der britische Regisseur Peter Kominsky mit dem Schicksal einer Heranwachsenden auseinander, die nach der Inhaftierung ihrer Mutter von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht wird. Währenddessen versucht die exzentrische Mutter selbst im Hochsicherheitsgefängnis immer noch, im Leben ihrer Tochter die Fäden zu ziehen.

    Nah am Original geblieben

    Die Vorlage zu diesem aufwühlenden Schicksalsdrama lieferte die amerikanische Autorin Janet Fitch mit ihrem gleichnamigen Bestsellerroman, der in den USA mehr als 1,5 Millionen Mal über den Ladentisch ging und in 25 Länder verkauft wurde. Der amerikanische Produzent John Wells ("Emergency Room") griff gleich nach der Lektüre des Vorabdrucks zu und sicherte sich die Filmrechte. Drehbuchautorin Mary Agnes Donoghue ("Freundinnen") setzte dabei auf größtmögliche Werktreue.

    Während die Mutter 35 Jahre dafür büßen soll, dass sie ihren Freund mit weißem Oleander vergiftet hat, lebt sich die Tochter langsam in ihrem neuen Zuhause bei einer ehemaligen Stripperin (Robin Wright Penn) ein. Als sich das hübsche Mädchen jedoch mit dem Lebensgefährten (Cole Hauser) einlässt, greift die eifersüchtige Ersatzmutter zielsicher zum Revolver. Nach diesem blutigen Zwischenfall warnt ihre dominante Mutter sie davor, sich auf große Gefühle einzulassen.

    Darstellerin der Teenagerin ist schon über zwanzig Jahre alt

    Dennoch freundet sich die Tochter in der nächsten Familie schnell mit dem warmherzigen Schauspieler-Paar (Renée Zellweger, Noah Wyle) an und ist zum ersten Mal glücklich. Dieser deutliche Stimmungswandel ist der Mutter allerdings ein Dorn im Auge. Hinterlistig lockt sie die scheue Pflegemutter zu einem Gespräch ins Gefängnis, womit bereits die nächste Katastrophe vorprogrammiert ist.

    Als echte Herausforderung erwies sich bei "Weißer Oleander" die Besetzung der jugendlichen Hauptrolle. Gesucht wurde eine Kandidatin, die die Entwicklung und emotionale Wandlung von 15 bis 18 Jahren glaubwürdig darstellen kann. Nach einer intensiven Suche im ganzen Land entdeckte die Casting-Direktorin Ellen Lewis unter den 400 Bewerberinnen die aufstrebende Schauspielerin Lohman, die zu diesem Zeitpunkt bereits 21 Jahre alt war.

    Mischung aus nüchterner Beobachtung und emotionaler Schilderung

    Während ihrer abenteuerlichen Odyssee lernt die junge Protagonistin nicht nur, sich schnell den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen, sondern sich auch aus der Umklammerung der übermächtigen Mutter zu befreien. Mit dynamischem Erzähltempo und einer stets ruhelosen Kamera vermittelt Kominsky nahezu authentisch das Wechselbad der Gefühle, das sie dabei durchläuft. Durch die wohldosierte Mischung aus nüchterner Beobachtung, emotionaler Schilderung und beklemmender Intensität gelingt es dem Regisseur, ein nuancenreiches Bild der verschiedenen Stimmungslagen zu zeichnen. Als Katalysator fungiert die zwiespältige Mutterfigur, der Pfeiffer eine subtile diabolische Note verleiht.

    Birgit Heidsiek, dpa

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