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  • Kritik: Aufruhr im Spielzeugland

    In einem Kinderzimmer gibt es im ersten komplett per Computer animierten Spielfilm Ärger unter den Plastikfiguren

    mmer wenn sich im Kinderzimmer des kleinen Andy die Tür schließt und die Spielzeugfiguren unter sich sind, erwachen sie zum Leben. Unbestrittener Boß ist Andys Liebling, die Cowboy-Aufziehpuppe Woody. Auf seine Meinung legen die anderen Spielzeuge wie Mr. Potato Head, der Dinosaurier und die Puppe Bo Peep viel Wert. Einmal im Jahr, immer zu Andys Geburtstag, wird es spannend. Denn alle fürchten sich vor den Geschenken, unter denen ja ein viel moderneres Spielzeug sein könnte, das ihnen den Rang abläuft.

    In diesem Jahr passiert es: Andy bekommt den Space-Ranger Buzz Lightyear geschenkt, der sogleich zum Liebling des Jungen avanciert. Auch Woodys Freunde finden den Neuen so richtig nett. Mal abgesehen davon, daß Buzz glaubt, er wäre wirklich ein Space-Ranger und nicht nur ein stinknormales Spielzeug. Woody dagegen ist nur noch eines von vielen. Eifersüchtig stößt er deshalb Buzz aus dem Fenster. Um vor seinen Kumpanen nicht als Mörder dazustehen, muß er Buzz folgen und verläßt das Haus. Die beiden Konkurrenten landen schließlich beim Nachbarjungen Sid, der mit Vorliebe sein Spielzeug in die Luft sprengt. Auch Buzz droht dieses Schicksal. Woody zeigt jetzt, daß man sich doch auf ihn verlassen kann.

    ie ersten Szenen des rasanten Zeichentrickfilms sind noch gewöhnungsbedürftig. Es ist ihnen anzusehen, daß sie nicht von Hand, sondern per Computer entstanden sind. Doch nach kurzer Zeit hat sich das Auge an die schöne neue Welt der Computeranimation gewöhnt. Schon lange setzt Disney für seine klassischen Zeichentrickfilme Computer ein. Ohne die Technik wären beispielsweise die Ballsaal-szene in "Die Schöne und das Biest" oder die Gnu-Stampede in "Der König der Löwen" nicht möglich gewesen. Doch der ehemalige Disney-Zeichner John Lasseter hat mit seinem Team aus den Pixar Animations Studios noch einen draufgesetzt. Ein ganzer abendfüllender Zeichentrickfilm entstand erstmals komplett im Computer. Damit konnte er in den USA sogar lässig den Erfolg von "Pocahontas" überflügeln. Bewußt setzte sich Lasseter dabei von den klassischen Animationsfilmen Disneys ab. So ist "Toy Story" keines der üblichen Musicals geworden. Lasseter erzählt vielmehr detailfreudig eine so simple wie liebenswerte Geschichte aus einem Reich, das sowohl Erwachsene als auch Kinder gut kennen. Und wer hat sich als Kind nicht gewünscht, daß sein Spielzeug lebendig wäre?

    "Toy Story" setzt hundert Jahre nach dem Beginn der Filmgeschichte den Grundstein für ein neues Genre. Den handgearbeiteten Zeichentrickfilm wird die Computertechnik nicht verdrängen, aber beide können in Zukunft ohne Probleme miteinander existieren.

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