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  • Kritik: "Auf Messers Schneide"

    Hamburg - Ein paar Leuchtraketen, ein Päckchen Streichhölzer und ein selbstgebastelter Kompaß: Das ist alles, was den beiden Männern bleibt, als sie mit ihrer Propellermaschine über der Wildnis Alaskas abstürzen.

    In dem Film "Auf Messers Schneide - Rivalen am Abgrund" stehen sich zwei Protagonisten gegenüber, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Anthony Hopkins als erfolgsverwöhnter, aber einsamer Milliardär und Alec Baldwin als lebenshungriger und ehrgeiziger Modefotograf. Doch die beiden Männer kämpfen nicht nur gegen die Natur, sondern auch gegen die eigenen Abgründe und um die Liebe einer schönen Frau (Elle MacPherson).

    Der neuseeländische Regisseur Lee Tamahori liefert mit "Rivalen am Abgrund" einen mitreißenden Abenteuerfilm, der gleichzeitig den Blick in die Psyche zweier ungleicher Männer öffnet. Gekonnt arbeitet der amerikanische Dramatiker und Drehbuchautor David Mamet das Extreme in den Charakteren und Situationen heraus, bis es schließlich zum unvermeidlichen Duell der beiden Rivalen kommt.

    Eine kleine Reisegruppe landet in einem rustikalen Holzhaus am See irgendwo in den Weiten Alaskas. Der Modefotograf Robert Green will die grandiose Kulisse für ein Shooting mit der schönen Mickey nutzen. Mit von der Partie ist Mickeys Ehemann, ein alternder Milliardär. Bald spürt der introvertierte Geschäftsmann, daß den Fotografen und sein Model mehr verbindet als die gemeinsame Arbeit. Als die Männer zu einem kurzen Rundflug aufbrechen, geraten sie in einen Schwarm Wildgänse. Fernab jeder Zivilisation stürzt die kleine Maschine ab.

    Von nun an sind die beiden Männer auf sich allein gestellt. Hunger und Kälte zehren sie aus, Panik und tiefe Verzweiflung zermürben sie. Der Reiche behält die Nerven und kann endlich seinen reichen Erfahrungsschatz aus langen Lesejahren nutzen. Doch auch er ist angewiesen auf Green, der ihm bei der Flucht vor einem Kodiakbären das Leben rettet. Beide wissen, daß sie nur gemeinsam in der unbarmherzigen Wildnis überleben können.

    "Oscar"-Preisträger Hopkins sagte zu dem Film: "So nah an mir selbst war ich wahrscheinlich noch in keiner Rolle. Ich bin sicher kein Intellektueller, aber ich lese viel und gelte wohl als reserviert." Obwohl der von ihm überzeugend gespielte Milliadär unermeßlich reich ist, hat er nie wirklich gelebt. Erst durch den Schicksalsschlag wird er mit sich selbst konfrontiert, und der erzwungene Zusammenhalt mit dem Fotografen wird für ihn zu einem Hoffnungsschimmer. Das Gegengewicht dazu ist die aggressive Spontanität Greens, der sich in der Wildnis plötzlich dem Rivalen unterlegen fühlt und verzweifelt darum kämpft, sich selbst und die Situation in den Griff zu bekommen.

    Carole Große Wilde, dpa

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