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  • Kritik: Atemberaubende Fortsetzung mit weniger Tiefgang

    Die Erwartungen waren hoch. Vier Jahre nach "Matrix", dem Überraschungs-Kassenknüller mit einer bis dahin nie erlebten Mischung von Inhalt, Stil und Action, kommt die erste von zwei Fortsetzungen in die Kinos: "Matrix Reloaded".

    Eine Woche nach der Uraufführung bei den Filmfestspielen in Cannes läuft der Streifen in Deutschland an. Die Kämpfe sind noch rasanter und die Special Effects noch fantastischer - aber insgesamt wirkt "Reloaded" wie eine Materialschlacht auf höchstem handwerklichen und finanziellen Niveau ohne die kreative Raffinesse und inhaltliche Tiefe des ersten Teils.

    Der Rebellenstadt Zion drpht ein Killerangriff

    Laurence Fishburne, der den Cyber-Rebellen Morpheus spielt, beschrieb das "Matrix"-Phänomen als "Kombination von Science-Fiction, Hongkong-Kung-Fu, Cyberpunk und klassischem amerikanischen Actionkino, mit einer großen Dosis Spiritualismus und Philosophie". Aber die Extraportion Hirn, die Teil 1 auch für die Denker im Kinosessel attraktiv gemacht hat, ist geschrumpft. Jetzt lässt Produzent Joel Silver die Muskeln spielen. Der Hollywood-Veteran hat mit Produktionen wie "Stirb langsam" und "Lethal Weapon" schon viele Millionen verdient.

    Wie Peter Jackson in seiner "Herr der Ringe"-Trilogie fügen auch die Brüder Larry und Andy Wachowski in ihrer "Matrix"-Saga Teil 2 nahtlos und ohne Erklärungen an den ersten Teil an: Die Menschen haben vor langer Zeit den Kampf gegen intelligente Maschinen verloren und werden von ihnen körperlich ausgebeutet. Ein gigantisches Computerprogramm - die Matrix - ersetzt diesen Sklaven das Bewusstsein. Neo (Keanu Reeves) ist "der Eine", der Auserwählte, der mit übermenschlichen Kräften die Menschheit befreien könnte. Gemeinsam mit seiner Geliebten Trinity (Carrie-Anne Moss) und Captain Morpheus muss er aber zuerst die Rebellenstadt Zion retten, der ein Killerangriff der Maschinen bevorsteht.

    Überraschende gedankliche Wendungen

    Nachdem der philosophische Grundkonflikt zwischen künstlicher Intelligenz und freiem Menschenwillen schon im ersten Teil thematisiert wurde, geht es jetzt immer atemberaubender zur Sache: Action-Fans können ihre Nerven unter anderem von einer 14 Minuten langen, wahnsinnig schnellen Auto- und Motorradverfolgung reizen lassen. Die Kickbox-Kämpfe der glänzend trainierten Stars sind regelrecht choreografiert. Und: "Neo macht seine Supermann-Nummer", heißt es einmal, als Keanu Reeves sich in die Lüfte schwingt.

    Obwohl die viel gepriesene Balance des ersten Films zwischen Action und Tiefgründigkeit sich deutlich zu Gunsten der spektakulären Kampfszenen verschiebt, liefern die Autoren und Regisseure Wachowski auch diesmal ein paar überraschende gedankliche Wendungen. Welchen Stellenwert etwa haben Neos prophetische Träume? Und wie ordnet sich ein Kuss in die Naturgesetze von Ursache und Wirkung ein? Kann ein Computerprogramm mehr über die Menschen wissen als diese selbst?

    Anfang November erscheint der letzte Teil der Trilogie

    Die Wachowskis, in den 60er Jahren geboren, sind derzeit mit den abschließenden Arbeiten an Teil 3 "Matrix Revolutions" beschäftigt, der am 5. November startet. Mit den beiden extrem aufwendigen Fortsetzungen gingen sie und Produzent Silver finanziell nur ein kleines Risiko ein. "Matrix" kostete 65 Millionen Dollar und spielte 460 Millionen ein. Für die parallel gedrehten Fortsetzungen "Reloaded" und "Revolutions" wurden insgesamt 300 Millionen Dollar fällig - ein Einsatz, der in jeder Sekunde der 136 Minuten langen "Reloaded"-Folge deutlich sichtbar ist.

    Karin Zintz und Klaus Koch, dpa

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