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  • Kritik: Appell an die Macht der Freundschaft

    Zwei Tigerbabys leben glücklich zwischen Tempelruinen im Dschungel - bis das Schicksal sie plötzlich trennt. Der wilde Kumal wird an einen Zirkus verkauft, wo ihm das Leben im Käfig seinen Willen raubt. Sein sanftmütiger Bruder Sangha wird zum geliebten Begleiter eines Jungen, bis die Familie nach einem Unfall das Tier an einen Mann verkaufen muss, der es in eine Bestie für Sportwettkämpfe verwandeln will. Als sie ausgewachsen sind, treffen die Tiger in einer Arena wieder aufeinander - diesmal aber als Gegner.

    Der Abenteuerfilm «Zwei Brüder» (Two Brothers) ist das neueste Werk von Jean-Jacques Annaud. Der französische Regisseur hat bereits 1988 den erfolgreichen Tierfilm «Der Bär» auf die Leinwand gebracht. Wie damals geht es auch jetzt um den Eingriff der Jäger in die Natur und beeindrucken besonders die spektakulären Tieraufnahmen. Doch im jüngsten Streifen, der in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Indochina spielt, haben die Dialoge und historischen Bezüge einen wesentlich größeren Stellenwert als im ersten Tierfilm.

    Der Meisterregisseur unternahm für seine Werke («Sieben Jahre Tibet», «Der Name der Rose», «Sehnsucht nach Afrika») stets weite Reisen. Diesmal verschlug es die Filmcrew unter anderem zu den Tempelanlagen von Angkor Wat in Kambodscha und nach Thailand. Mehr als 30 Raubkatzen, darunter 18 Babys, kamen zum Einsatz. «Jeder Tiger hat seine eigene Individualität. Ich hätte nicht geglaubt, wie stark sie sich unterscheiden können», berichtete Annaud in seinen Produktionsnotizen. Gedreht wurde - unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen - vor allem mit Digitalkameras. Auf Spezialeffekte beziehungsweise ferngesteuerte Stofftiere (Animatronics) verzichtete Annaud weitgehend.

    Guy Pearce («Memento») spielt in «Zwei Brüder» den attraktiven Jäger Aidan McRory, der auf der Suche nach antiken Statuen in das idyllische Leben der Tigerjungen im südostasiatischen Dschungel eindringt. Er tötet den Vater der Tiere und löst somit das Drama aus. Der Abenteurer hält aber auch immer wieder seine schützende Hand über die Raubkatzen und entwickelt sich zum Tierfreund. Auch der kleine Gouverneurssohn Raoul versucht seinen Spielgefährten Sangha stets vor den bösen Absichten der Menschen zu bewahren.

    Der 109 Minuten lange Film, dessen Drehbuch Annaud gemeinsam mit Alain Godard schrieb, ist anrührend und komisch zugleich. Stellenweise leidet er allerdings unter den stereotypen Handlungen seiner menschlichen Akteure wie die des französischen Gouverneurs (Jean-Claude Dreyfus). Zweifelsfrei handelt es sich um einen Familienfilm, doch obwohl er keiner Altersbeschränkung unterliegt, sind nicht alle Kampfszenen für kleinere Kinder geeignet. Die Botschaft des Films dürften aber alle Zuschauer verstehen: «Zwei Brüder» ist ein Appell an die Macht der Freundschaft sowie an das friedliche Miteinander von Mensch und Tier.

    dpa

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