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  • Kritik: Annette Bening verzaubert als TheaterDiva

    Was kann man der Neuverfilmung eines altbekannten und immer wieder inszenierten Romanklassikers wie W. Sommerset Maughams «Theater» schon abgewinnen? Mehr als auf den ersten Blick scheint, beweist der Film «Being Julia» des Oscar-gekrönten ungarischen Regisseurs István Szabó.

    Zu verdanken ist dies vor allem einer Frau: Annette Bening entfacht als Theater-Diva Julia Lambert ein furioses Schauspiel-Feuerwerk. Und der durch und durch elegante Film bleibt stets leicht und unterhaltsam, wird nie langweilig oder sentimental.

    Die Geschichte von «Theater» haben Szabó und Drehbuchautor Ronald Harwood («Der Pianist») mit großem Respekt behandelt. Julia ist eine gefeierte Schauspielerin im London der 30er Jahre. Mit fortschreitendem Alter geht ihr aber der innere Frieden verloren. Die vielen Spiegel in ihrem Schlafzimmer zeigen immer weniger erfreuliche Bilder, in der Ehe mit ihrem Theateragenten Michael (Jeremy Irons) geht es mehr um gepflegte Abgrenzung denn um Gemeinsamkeiten, der Applaus des Publikums hat seinen Reiz verloren, und die Schauspielerei, mit der sie auch abseits der Bühne nie so recht aufhören kann, geht ins Leere.

    Da kommt ein glühender junger Bewunderer gerade recht: Mit unbändigem Drang erobert der Jüngling Tom die für ihre Launen berüchtigte Diva, die seine Mutter sein könnte, im Sturm. Alle Vorsicht ist vergessen, Julia blüht auf - nur um wenig später festzustellen, dass der bettelarme Tom sich eigentlich für ihr Geld interessiert sowie für die Karriere seiner jungen Geliebten Avice, der Julia ein Rolle in ihrem Stück verschaffen soll. Julia behält klaren Verstand und rächt sich mit den Waffen einer Frau und Schauspielerin.

    Bening ist 46, genauso alt wie Julia im Buch. «Ich habe Schauspielerei nie als Alterswettbewerb gesehen», sagt sie, die ihre Karriere auch am Theater begann. Mehr mit Julia hat sie allerdings nicht gemein: Bening ist seit 13 Jahren glücklich mit Warren Beatty verheiratet und hat vier Kinder. Das jüngste, Ella, wird jetzt fünf. Im Schnitt schafft sie einen Film pro Jahr, die Familie hat Priorität.

    In «Being Julia» spielt Bening mit einer Wucht, als hinge davon ihr Leben ab. Auf die unnahbare, dekadente, erschöpfte Diva folgt die naive Kindfrau, die verliebte Julia strahlt wie ein Teenager, die Eifersucht droht dann, ihr alle Masken vom Gesicht zu wischen. Bennings mitreißende Performance wurde in diesem Jahr mit einem Golden Globe und einer Oscar-Nominierung belohnt.

    Szabó, geboren im Jahr 1938, in dem auch «Being Julia» spielt, dreht seit 40 Jahren Filme. 1982 gewann sein «Mephisto» mit Klaus Maria Brandauer einen Oscar als bester fremdsprachiger Film. Es folgten «Oberst Redl» und «Hanussen» und andere Filme, die weniger tiefe Erinnerungen hinterließen.

    In «Being Julia» habe er sich vor allem auf Nahaufnahmen des Gesichts konzentriert, sagt er. Schließlich werde die Energie des Films von dem Gesicht auf der Leinwand übertragen. «Eine Nahaufnahme, die zeigt, wie direkt vor deinen Augen eine Emotion entsteht oder sich ein Gedanke verändert, ist so wertvoll wie ein Diamant.»

    dpa

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