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  • Kritik: Annette Bening als Frau zwischen den Fronten:

    Schafft es Hollywood, einen Film über die Übeltaten arabischer Terroristen zu drehen, der trotzdem noch in islamischen Ländern Verkaufschancen besitzt und nicht einen Wutschrei von US-Moslems provoziert? Das ist die eigentliche interessante Frage, die der Film "Ausnahmezustand", ab 21. Januar in den deutschen Kinos, dem Betrachter aufgibt.

    Alle anderen Fragen beantwortet der knapp zweistündige Streifen in höchst vorhersehbarer Weise und trotz erheblichen Aufwands an Explosionen und Opferzahlen nicht so aufregend, daß ein Kinobesuch dringend anzuempfehlen wäre.

    "Ausnahmezustand zeigt ein New York in Chaos und Aufruhr. Schuld daran sind fanatische islamische Terroristen, die einen fundamentalistischen Scheich aus amerikanischer Gefangenschaft befreien wollen. Nach zwei glimpflich ausgegangenen Anschlägen fliegt ein Broadway-Theater mit vielen Prominenten in die Luft, dann rast ein mit Sprengstoff beladener Kleinlaster ins FBI-Hauptquartier und tötet dort 600 Menschen. Das ist ein Schock für die Stadt und die Nation, insbesondere aber für die FBI-Agenten Anthony Hubbard und Frank Haddad, denn viele ihrer Freunde und Kollegen sterben. Über New York wird nun das Kriegsrecht verhängt.

    Das ist die Stunde des brutalen Generals William Devereaux, der sofort alle orientalisch aussehenden Männer der Stadt in Präventivhaft nimmt und in Football-Stadien zusammenpfercht. Das gefällt weder dem dunkelhäutigen Hubbard noch dem aus Arabien stammenden Haddad, der verbittert die Festnahme seines erst 14jährigen Sohnes hinnehmen muß. Und es findet auch keinen Beifall bei der attraktiven, sehr undurchsichtig agierenden Elise Kraft, einer Frau mit Geheimdienstvergangenheit. Elise weiß mehr über die Ereignisse, als sie sagt, dazu hat sie eine intime Beziehung zu dem verdächtigen arabischen Professor Samir Nazhde.

    Amerika hätte nicht Hollywood, würden die Terroristen oder der wildgewordene General triumphieren. Denn in Manhattan gibt es trotz aller Angst und Panik auf einmal empörte Bürgerdemonstrationen aller Rassen, den Terroristen wird endlich das Handwerk gelegt, eine der Hauptfiguren muß allerdings sterben. Ob das der schwarze Sympathieträger Denzel Washington in der Rolle Hubbards oder Annette Bening als Elise ist? Bruce Willis als tyrannischer Militär jedenfalls hat keine dankbare Rolle und versucht erst gar nicht, aus ihr noch etwas zu machen.

    Der Film, der die weibliche Hauptfigur recht differenziert zu schildern sucht, hinterläßt gleichwohl einen zwiespältigen Eindruck. Zu dick aufgetragen wirkt nämlich der Versuch, die ausgiebig gezeigte arabische Bösewichterei durch die einnehmende Persönlichkeit von Hubbards FBI-Kollegen Haddad, sehenswert verkörpert von Tony Shaloub, zu neutralisieren. Fragwürdig auch die Moral, daß Liebesaffären reifer Frauen mit jüngeren Orientalen ein böses Ende nehmen. Ganz unverständlich ist es nicht, daß die arabischstämmigen US-Bürger gar keinen und das Gesamtpublikum insgesamt nur wenig Gefallen an dem Film fanden.

    Wolfgang Hübner, AP

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