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    Kritik: Animationsfilm um Comic-Babys:

    Auf die Eltern drei- bis achtjähriger Sprößlinge kommt ab dem 13. Mai ein Härtetest der besonderen Art zu: Denn dann werden in den deutschen Kinos die "Rugrats" über die Leinwände wirbeln und windeln.

    Und endlich bekommen die bislang nur unartikuliert schreienden, krähenden, sabbernden Lebewesen, die im vergreisenden Deutschland immer kostbarer werden, ihre eigene Stimme im Chor der Populärkultur. Zwar gibt es die munteren Babys schon lange im Fernsehen zu bewundern, aber auf der Leinwand waren Helden in Windeln bislang unbekannt.

    Wem die "Teppich-Ratten" von den sonntäglichen Sendungen in einem Privatkanal noch nicht bekannt sind, hat einige Mühe, sich an die wasserköpfigen Protagonisten Tommy, Chuckie, Angelica sowie die Zwillinge Lil und Phil mit ihren Vollmondgesichtern zu gewöhnen. Das gilt erst recht für die zum Teil nervtötenden Stimmen, die offenbar unvermeidbar sind bei frühreif dialogisierenden Schnullerkonsumenten. In den USA sind die "Rugrats" nicht nur die mit Abstand beliebteste Kinderserie, auch der erste Kinostreifen um die Abenteuer der kleinen Quotengaranten war ein großer Erfolg und läßt Fortsetzungen erwarten.

    Unsympathisch ist es jedenfalls nicht, was in den 80 unterhaltsamen Filmminuten zu sehen und hören ist: Die Picklers bekommen ihren zweiten Sohn Dylan, ein echtes Problem für den erstgeborenen Tommy und seinen Windelfreund Chuckie, für die giftsprühende Cousine Angelica und die Zwillinge Phil/Lil ein lästiger Schreihals. Die Kids wollen Dylan, der Dill genannt wird, ins Krankenhaus zurückbringen, um endlich wieder ungestört spielen zu können, doch sie verirren sich in einen Zauberwald. Große Aufregung entsteht, die Medien bemächtigen sich des Themas, die Babies haben einiges durchzustehen, am Ende wird natürlich alles gut.

    Die Animationsspezialisten um die "Rugrats"-Erfinderin Arlene Klasky haben das Spektakel mit der üblichen Mischung von einer Prise Humor und einer Prise Sentimentalität professionell in Szene gesetzt. Die Filmcharaktere sind simpel angelegt, die Dialoge Geschmackssache, die schlichte Dramaturgie der Geschichte zielt auf kindliche Gemüter, was kaum verwunderlich ist. Ob allerdings die kleine Pampers-Truppe samt der nicht immer gut verdaulichen amerikanischen Familienphilosophie auch hierzulande die Massen ins Kino locken kann, muß abgewartet werden. Was an dem Film abstößt, ist seine Hektik. Damit werden bereits die Kleinen auf eine Welt getrimmt, in der keiner Zeit hat - auch nicht für Kinderseelen.

    Wolfgang Hübner, AP

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