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  • Kritik: Angst und Tod in japanischem Geisterhaus

    Wenn Hollywood die Kino-Traumfabrik ist, hat sich Japan einen Ruf als Albtraumfabrik erkämpft: Horror-Filme aus dem Land der aufgehenden Sonne oder deren Remakes wie «The Ring» üben auf westliche Zuschauer eine morbide Faszination aus.

    Der neueste Hit ist «Der Fluch - The Grudge», bei dem US-Stars wie Sarah Michelle Gellar und Bill Pullman erstmals unter dem Kommando eines japanischen Regisseurs der Originalversion standen. Außerdem wurde nicht wie sonst üblich in Amerika, sondern in Japan gedreht, um die Atmosphäre zu erhalten.

    Gellar spielt Karen, eine amerikanische Austauschstudentin in Tokio, die sich mit minimalsten Japanisch-Kenntnissen in der fremden Welt zurechtzufinden versucht - eine Art «Lost in Translation» mit Grusel-Faktor. Da sie in ihrem Studium auch soziale Dienste leisten muss, lässt sie sich zur Krankenpflegerin ausbilden und als eines Tages ihre Kollegin Yoko nicht zum Dienst erscheint, bekommt sie ihren ersten eigenen Hausauftrag bei einer Demenz-Kranken.

    Der Zuschauer weiß bereits, dass Yoko in dem Haus etwas schlimmes zugestoßen sein muss, vermutlich von Geisterhand. Karen weiß es noch nicht und marschiert geradewegs in die Falle. Auf dem Haus scheint ein schrecklicher Fluch zu liegen, der jeden das Leben kostet, der mit ihm in Berührung kam.

    «The Grudge» ist als Horror-Film mehr Hitchcock denn «Scream». Die Hauptrolle spielt die Angst. Die Angst vor der verschlossenen Tür, vor dem Geräusch hinter der Ecke, vor dem, was gleich passiert. Regisseur Takashi Shimizu gönnt dem Zuschauer kaum eine Atempause: Die Zeit, in der man sich zusammen mit den Filmfiguren zwischendurch mal sicher fühlen kann, ist denkbar knapp.

    Shimizu spricht kaum ein Wort Englisch und die US-Darsteller fühlten sich oft sich an die Dreharbeiten des Helden von Bill Murray in «Lost in Translation» erinnert. «Der Regisseur redet lange, und der Übersetzer sagt dann nur so etwas wie "Guck' unschuldiger"», beschreibt es Gellar. Für den Film wurden zwei verschiedene Endszenen gedreht, von denen schließlich die einfachere genommen wurde.

    Als Produzent hatte kein geringerer als «Spider-Man»-Regisseur Sam Raimi ein gewichtiges Wort mitzureden. Er überwachte den Schnitt der setzte durch, dass die Darsteller Monate nach Ende der Dreharbeiter nochmal nach Japan flogen, um zusätzliche Szenen nachzudrehen. Gellar erinnert sich mit Grauen, dass sie dabei in Wintersachen im heißen Tokioter Sommer herumlaufen musste.

    Raimi, der einst mit klein budgetierten Horror-Streifen seine Film-Karriere begann und Grusel-Klassiker wie «Tanz der Teufel» oder «Die Armee der Finsternis» drehte, hat trotz des Aufstiegs zum Blockbuster-Macher seine Wurzeln nicht vergessen. Zusammen mit dem langjährigen Weggefährten Rob Tapert gründete er die Firma Ghost House Pictures, die ohne großen Aufwand oder teure Spezialeffekte Angstmacher nach altbewährten Rezepten produziert. «The Grudge» soll nur etwa 10 Millionen Dollar gekostet haben - und spielte allein in Amerika mehr als 110 Millionen ein.

    Der 32-jährige Shimizu drehte den Film eigentlich bereits zum dritten Mal. Zunächst schrieb und verfilmte er «Ju-On», die Geschichte von dem tödlichen Fluch, vor fünf Jahren auf Video. Dann folgte eine Fortsetzung, dann japanische Kino-Neuauflagen der beiden Filme und nun schließlich die US-Version von Teil eins. Die Japaner, die die Geister spielen, zogen mit Shimizu von Film zu Film.

    Und die Geschichte geht weiter: Nach dem Erfolg des Films in Amerika soll im kommenden Jahr «The Grudge 2» folgen, die dritte Version des zweiten Teils also. In Japan angekündigt ist auch schon der dritte Teil der Geistersaga, dem bestimmt auch wieder ein US- Remake folgen wird.

    dpa

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