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  • Kritik: Amerikanischer Musik-Film mit einfältiger Handlung

    Wahrscheinlich haben diesen Traum Millionen amerikanischer Mädchen zwischen 15 und 25: Nach Manhattan gehen und dort eine große Karriere als Popsängerin machen.

    Auch Violet aus einer langweiligen Provinzstadt im Bundestaat New Jersey gehört dazu. Aber die energische Tochter eines übergewichtigen Witwers, die Lieder nicht nur singt, sondern selbst komponiert und schreibt, verwirklicht diesen Traum auch. Im Kino dauert das nur 94 Minuten, einige Enttäuschungen und Rückschläge eingeschlossen. Aber was sind schon 94 Minuten für eine hübsche 21-Jährige, die zudem noch in Kevin einen verdammt hübschen Jungen im Hexenkessel der Metropole findet.

    Für den Zuschauer des Films "Coyote Ugly", der am 7. September anläuft, werden diese 94 Minuten lang und länger. Denn bei allem Trubel und Lautstärke, die der von einem gewissen David McNally inszenierte Musikstreifen hermacht, zündet das in den USA heftig beworbene Fabrikat aus der Werkstatt von Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer doch niemals. Das liegt nicht nur an der einfältigen Handlung. Sondern es resultiert vor allem daraus, dass dieses Werk trotz heißer Musik so eiskalt kalkuliert wurde, dass selbst ein Flammenwerfer die Zündschnur nicht nicht mehr zum Erglühen gebracht hätte. Dabei handelt es sich bei der Drehbuchschreiberin Gina Wendkos um eine Frau.

    Aber Frausein allein ist offenbar auch keine Gewähr gegen jene Verrohung und Verdumpfung, von der "Coyote Ugly" tatsächlich berichtet. Der Titel bezieht sich auf den Namen eines Clubs in New York, in dem alle Besucher stets ansatzlos super drauf sind, in dem der Alkohol in Strömen fließt und die sexy getunten Mädels hinter der Theke meist auf derselben so anzügliche wie umsatzfördernde Tanzeinlagen geben. Gegen das, was die höchstwahrscheinlich zu Niedriglöhnen und ohne Sozialversicherung dort angestellten Frauen unter dem Gejohle angetrunkener Männer verrichten müssen, ist Prostitution schon fast eine seriöse Beschäftigung.

    Derweil muss die von der unbedarften Piper Perabo mal herzig, mal trotzig dargestellte Violet auch noch Liebe mit dem Australier Kevin mimen. Adam Garcia bringt in die Originalfassung wenigstens noch seinen charmanten "Down Under"-Dialekt ein. Der einzige wirkliche Lichtblick in der megalauten Ödnis dieses Films ist der dicke John Goodman, der Violets Vater spielt. Goodman wirkt nicht nur seiner Gestalt wegen wie ein Riese unter lauter Barbarella-Puppen. Man fragt sich allerdings, wie einer wie er dazu verleitet werden konnte, sich für dieses uninspirierte Stückwerk einspannen zu lassen. So viel steht fest: "Saturday Night Fever" war große Kinokunst im Vergleich zu diesem hinten wie vorne lahmenden Kojoten.

    Wolfgang Hübner, AP

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