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  • Kritik: Ambitioniertes Plädoyer gegen die Todesstrafe

    David Gale (Kevin Spacey) ist glücklicher Vater und geschätzter Universitätsprofessor. Seine Ehe läuft zwar nicht gerade rund - doch die Liebe zu seinem Sohn und seiner besten Freundin und Kollegin Constance (Laura Linney) geben Gale Kraft, die Krise zu überstehen und sich darüber hinaus noch sozial zu engagieren: als Mitstreiter und Redner der Organisation "Death Watch", die sich gegen die Todesstrafe stemmt.

    Dass sein Leben jemals derart aus den Fugen geraten würde, hätte sich das Philosophiegenie sicherlich niemals träumen lassen. Doch ein einziger schwacher Moment, in dem sich Gale von einer ehemaligen Studentin auf der Toilette verführen lässt, knipst mit einem Fingerschnipp alles Licht in seinem Dasein aus. Als Vergewaltiger angezeigt, verliert Gale Job, Ehefrau und Sohn, ertränkt folglich seine Probleme im Alkohol. Als dann seine Freundin Constance ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden wird, richtet sich der Verdacht auf den ehemals angesehen Professor: David Gale wird zum Tode verurteilt.

    Thriller und emotionales Drama in einem

    In Rückblicken erzählt "Evita"-Regisseur Alan Parker "Das Leben des David Gale", das Thriller, emotionales Drama und Plädoyer gegen die Todesstrafe in einem ist. Ein Mann, der sein soziales Engagement darauf verwendet, sich gegen die endgültigste und grausamste aller Strafen zu richten, landet am Ende seines Weges selbst im Todestrakt. Vier Tage vor seiner Hinrichtung erlaubt er der jungen Reporterin Bitsey Bloom (Kate Winslet), ihn dreimal zu einem jeweils zweistündigen Interview im Gefängnis Ellis Unit zu besuchen. Gemeinsam mit ihrem Praktikanten Zack (Gabriel Mann) macht sich Bitsey auf den Weg in den Osten von Texas.

    "Ich muss ihnen eine harte Geschichte erzählen"

    "Sie sind nicht hier, um mich zu retten", erklärt Gale der Journalistin. "Sie sind hier, um die Erinnerung eines Sohnes an seinen Vater zu retten." Diese Motivation also treibt den Verurteilten zu dem Gespräch mit der misstrauischen, ungläubigen Pressefrau, die schnell - sehr schnell - begreifen muss, dass hinter der dicken Glasscheibe im Todestrakt eventuell ein Unschuldiger auf seinen Tod wartet. "Ich muss ihnen eine harte Geschichte erzählen, Bitsey Bloom", warnt Gale. Und so muss die Ahnungslose zusehen, wie ihr Glaube an Recht und Gerechtigkeit schwindet, wie sich der Verdacht erhärtet, ein anderer könnte den Mord an Constance begangen haben - während die Uhr tickt, die die Tage, Stunden und Minuten zu Gales Exekution zählt.

    Gut gemachte Geschichte - aber nicht so leicht nachzuvollziehen

    Was als klassischer Thriller mit den dafür üblichen Überraschungs- und Verdachtsmomenten beginnt, ist in Wahrheit das Drama eines Verzweifelten, der am Ende seines Falls Macht und Oberhand zurückgewinnen möchte. Der Plot überrascht, keine Frage - er ist gut und dicht und überaus fantasievoll gestrickt. Nachvollziehbar aber ist er nur mit mächtig gutem Willen. Das Kinopublikum wird entscheiden, wie sehr es sich in "Das Leben des David Gale" hineinversetzen kann.

    Alexandra Pilz, ddp

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