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  • Kritik: Als die Welt in Amerika noch heil war:

    Nie waren die USA wahrscheinlich mehr mit sich im Reinen als in jenen Jahren des Zweiten Weltkriegs, als ihre Söhne für eine gerechte Sache auf Europas und Asiens Schlachtfelder zogen. Die Zahl der Filme, die in dieser heroischen Epoche Amerikas spielen, ist unüberschaubar. Mit dem am 7. Dezember anlaufenden Streifen "Mein Hund Skip" kommt ein weiterer hinzu.

    Erzählt wird darin die Freundschaft zwischen dem schüchternen achtjährigen Willie und dem aufgeweckten Terrier Skip, den Willie zum neunten Geburtstag von seiner Mutter geschenkt bekommt. Willie ist Einzelkind, Skip ist Einzelhund, also kann eine wunderbare Freundschaft beginnen.

    Willies Familie lebt in Yazoo, einem verschlafenen Städtchen im Bundesstaat Mississippi. Vater Jack ist ein gestrenger und leider auch verbitterter Mann, denn er hat im Spanischen Bürgerkrieg ein Bein verloren. Die attraktive Mutter Ellen hingegen ist verständnisvoll für ihren kleinen Sohn, der sich so schwer tut, Freunde zu finden und den frechen Jungs in der Schule als Prügelknabe dient. Immerhin hat Willie einen großen Freund in dem Nachbarn Dink, der Yazoos Sportass ist, Football-Profi werden will, aber jetzt erst einmal die Uniform anziehen muss.

    Dinks Abreise nach Europa hinterlässt für Willie eine Lücke. Umso inniger wird aber nun seine Beziehung zu dem putzigen Hund. Zumal der die Herzen aller gewinnt, was natürlich auch seinem stolzen Besitzer zugute kommt. Auch die von allen Jungs umschwärmte kleine Schönheit Rivers Applewhite findet Gefallen an Skip und dann auch an Willie. Der kann sein Glück kaum fassen. Aber auch Schatten fallen auf die Provinzidylle, denn der viel bewunderte Dink kehrt nicht als Held, sondern als sturzbetrunkener Versager zurück. Von nun an wird es dramatisch im Leben von Willie und Dink. Und der Zuschauer wird um beide zu zittern haben, bis sich der Vorhang im Kino schließt.

    "Mein Hund Skip" ist eine typische Hollywood-Produktion für die ganze Familie nach den gleichnamigen Bestseller-Memoiren von Willie Morris, der 1999 verstorben ist. Regisseur Russell hat das Buch liebevoll in Szene gesetzt als sentimentalen Blick zurück auf eine Zeit, die im kollektiven Gedächtnis der Amerikaner noch mit einer ziemlichen heilen Welt verbunden war. In Frankie Muniz wurde ein überzeugender Kinderdarsteller aus einer großen Zahl von Bewerbern ausgewählt. Die Eltern werden von renommierten Schauspielern verkörpert: Diane Lane als Mutter Ellen und Kevin Bacon als Vater Jack. Der Film ist ein eher harmloses Vergnügen, der in der Vorweihnachtszeit zur rechten Zeit auf die Leinwände kommt.

    Wolfgang Hübner, AP

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