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  • Kritik: Alles kann auch anders kommen, wenn die Sonne es so will

    John Sullivan ist ein junger Polizist in New York. Er hat gerade Kummer mit der Freundin, hängt sehr an der Mutter und erinnert sich kaum noch an den Vater, den er bereits als kleiner Junge bei einem Unfall verloren hat. Der Vater war nämlich ein mutiger Feuerwehrmann, der im Dienst kein Risiko scheute. In der Freizeit saß er gerne an seinem Funkgerät, das John 30 Jahre später zufällig herauskramt.

    Gegen jede Erwartung funktioniert es sogar noch. So kann der Polizist Kontakt aufnehmen mit einem Mann, den es schon lange nicht mehr gibt und der sich zu Johns grenzenloser Verblüffung als sein eigener Vater entpuppt!

    Das Kino ist der Ort, an dem wir alles glauben sollen und wollen, selbst das Unwahrscheinlichste. Schließlich ist genau das ein entscheidender Reiz, um im Dunkel des Raumes uns von ungeahnten Geschichten fesseln zu lassen. Wer einige Mark und dazu noch zwei Stunden Freizeit investiert, der ist meist schon bereit, sich auf eine ganze Menge einzulassen. Ob er allerdings auch bereit ist, das Übermaß an Unwahrscheinlichkeiten zu verdauen, das ihm der amerikanische Film "Frequency" ab dem 24. August in den Kinos zumutet, muss sich erst noch erweisen.

    Denn Drehbuchautor Toby Emmerich und Regisseur Gregory Hoblit haben ein überaus verwirrendes Geschehen in Szene gesetzt, bei dem über ein simples Funkgerät immer wieder die Zeitdifferenz von drei Jahrzehnten übersprungen wird. Möglich macht das eine Sonnenaktivität, die auf den irdischen Funkverkehr seltsame Einflüsse nimmt. Wissenschaftlich ist das der reine Unsinn, aber für die waghalsige Konstruktion des Films unverzichtbar. Der will uns vor allem eine neue Variante eines alten und die Menschen immer wieder faszinierenden Problems liefern: Was wäre, wenn man die Möglichkeit hätte, in die Vergangenheit zu reisen und ein tragisches Ereignis dort ungeschehen zu machen?

    Im konkreten Fall des Films "Frequency" wird geschildert, wie der Unfalltod des Vaters bei einem gefährlichen Einsatz von dem Sohn im Nachhinein verhindert wird. Aber nicht nur das: Auch andere dramatische Ereignisse können dank der wundersamen Zeitreisen ungeschehen gemacht werden, was natürlich zu einiger Konfusion beim Personal der Gegenwart führt. Aber unverdrossen legen die Filmemacher immer noch eine Schippe drauf, bis selbst der gutmütigste Betrachter in Verwirrung gerät. Allerdings ist das handwerklich hervorragend gemacht, die tollkühnen Sprünge im Drehbuch visuell überzeugend gestaltet.

    So hat dieser in - augenzwinkernd - totaler Harmonie endende Streifen unübersehbare Qualitäten, die zumindest für Fans von Fantasy-Geschichten einen Kinobesuch lohnend machen. Dennis Quaid ist zwar als etwas einfach gestrickter Feuerwehrmann etwas neben seinem Typ des eleganten Verführers besetzt, aber dieser um die ganz große Hollywood-Karriere gebrachte Schauspieler ist immer gut anzusehen. Auch Jim Caviezel als sein Sohn kann nicht ganz seine Stärken als eigenwilliger Rebell ausspielen. Aber das Zeitreise-Duett der beiden hat seinen ganz eigenen Reiz in einem wenig alltäglichen Kinoabenteuer.

    Wolfgang Hübner, AP

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