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  • Kritik: Allen und Johansson als Detektivduo

    Woody Allen (70) hat sich auf seine alten Tage noch einmal verliebt: in London und die englische Oberschicht. Nach «Matchpoint» hat der New Yorker Regisseur den zweiten Film an der Themse gedreht.

    Mit dabei ist auch wieder seine neue Muse Scarlett Johansson (21), die seit «Lost in Translation» zum Kritikerliebling avanciert ist. Im Comedy-Thriller «Scoop - Der Knüller» ist sie als Journalistik-Studentin gemeinsam mit einem Magier (gespielt vom immer zauseliger werdenden Allen) dem berüchtigten «Tarotkarten-Mörder» auf der Spur. Dabei verliebt sie sich in den Hauptverdächtigen (Hugh Jackman).

    Landhäuser, viktorianische Stadtvillen und malerische englische Gärten sind wie schon in «Matchpoint» die Kulisse. Diesmal mischt sich der Stadtneurotiker Allen als Zauberer, der vor dem Linksverkehr panische Angst hat, selbst unter die englische Noblesse. Wie dieser in Schlotter-Anzügen den feinen Gästen einer Landhausparty Kartentricks zeigt, ist schon sehr lustig anzusehen.

    Das Beste an dem Filmspaß, der auch an «Harry außer sich» und «Manhattan Murder Mystery» erinnert, ist aber Johansson. Selbst mit Streber-Brille, Zahnspange und unförmigen Turnschuhen ist die blonde Amerikanerin in der Branche wohl konkurrenzlos sexy und als Schauspielerin im komischen Fach glänzend. «So ziemlich jeder im Team war verknallt in sie», berichtet ihr Filmpartner Hugh Jackman («X-Men»).

    Das Detektivduo lernt sich in einer Zaubershow kennen. Die Nachwuchsreporterin Sondra Pransky, die ihre Ferien in London verbringt, wird von Magier Splendini auf die Bühne geholt. In der Kiste, in der sie «entmaterialisiert» wird, erscheint ihr der Geist des gerade verstorbenen Journalisten Joe Strombel (Ian McShane), der eigentlich in der Vorhölle weilt.

    Strombel hat einen heißen Tipp für die ehrgeizige Journalistin: Der Aristokrat Peter Lyman (Jackman) soll der Tarotkarten-Serienmörder sein, ein echter Knüller («Scoop») also. Im Schwimmbad kommen sich Peter und Sondra näher, aber die Beweise gegen den Verdächtigen häufen sich.

    Für den Zuschauer ist es ein Vergnügen, sich von den Wendungen überraschen zu lassen, auch wenn manche nicht plausibel sind, und die beiden Schnüffler bei der von Tschaikowsky-Klängen untermalten rasanten Mörderjagd zu beobachten. Ein bisschen wie beim Humor Mark Twains prallen naives Amerika und Alte Welt aufeinander. «Fehlt nur noch ein Burggraben», sagt Sondra, als sie vor Peters riesigem Familienschloss steht. Beim Stichwort «Jack the Ripper» will sie wissen, wie sich der Name schreibt.

    Es ist eine bar jeder Altersmüdigkeit beschwingt erzählte Geschichte, auch wenn Woody Allen jüngst über die Tücken des Alters klagte. An London liebt er den grauen, leicht verhangenen Himmel. «Das macht sich sehr gut auf Zelluloid.» Im August verriet der Regisseur, dass er wieder einen Film in England dreht, über zwei Brüder aus einem Londoner Arbeiterviertel, mit Colin Farrell und Ewan McGregor, diesmal ohne Johansson. Schade eigentlich.

    Caroline Bock, dpa

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