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  • Kritik: Alle Achtung vor Agent Smart

    Nichts wie rein in diesen Film: "Get Smart" ist die Agenten-Parodie des Jahres. Trockener Humor, verrückte Gags, Wortgefechte und halsbrecherische Action sorgen für kurzweilige zwei Stunden - und die beiden Hauptdarsteller Steve Carrell und Anne Hathaway für ein schmerzendes Zwerchfell.

    Wenn wir heute Abend beruhigt ins Bett gehen und uns friedlich ins Kopfkissen kuscheln können, dann liegt das an zwei Meister-Agenten, von denen wir eigentlich gar nichts wissen. Sie beschützen die Welt, verdrängen das "Kaos". Danke, Agentin 99. Danke, Agent Smart. Im Kino offenbaren sie ab heute ihre so geheime, so wichtige Arbeit. "Get Smart" - der neue Film aus den Untergründen der Agentenwelt - zeigt zwei wahre Meister bei der Arbeit.

    Mel Brooks und Buck Henry konzipierten in den 60er-Jahren die gleichnamige TV-Krimi-Serie (bei uns als "Mini Max" bekannt) - und wer Mel Brooks und seinen unverwechselbar chaotischen Sinn für Humor kennt und liebt, wird entzückt von der Kinoversion sein. Alle anderen auch. Denn mit Steve Carrell und Anne Hathaway sind zwei Schauspieler am Start, die über sensationelles komisches Talent verfügen. Beide sind Meister des trockenen Humors, der raschen Wortgefechte, beide beherrschen die hohe Kunst des Slapsticks aus dem Effeff, und beide können auf Knopfdruck eine rosarote romantische Stimmung und sogar knisternde Erotik erzeugen.

    Maxwell Smart (Steve Carrell) ist Analytiker der geheimen Spionage-Agentur "Control" und träumt davon, endlich in den Außendienst gehen zu dürfen. Doch erst als das Verbrechersyndikat "Kaos" das Hauptquartier von "Control" angreift und die Identität aller Agenten offenlegt, bekommt Smart seine Chance. Gemeinsam mit Agentin 99 (Anne Hathaway) - der einzige Mensch, dessen Tarnung nicht aufgeflogen ist - muss Smart nun den bösen "Kaos"-Agenten Siegfried (Terence Stamp) und sein Helferlein Shtarker (Kenneth Davitian) stellen und besiegen. Ein Traum für Smart - ein Albtraum für 99. Denn mit einem Bürohengst im gefährlichen Außeneinsatz unterwegs zu sein, ist so ziemlich die größtmögliche Strafe für die taffe junge Dame.

    Agent Smart bleibt nur ein schmales Arsenal spionagetechnischer Innovationen - und sein unbeirrbarer Enthusiasmus. Steve Carrell spielt seine Rolle erstaunlich zurückhaltend und pointiert. Sein Agent Smart ist kein lauter, schriller Schreihals, kein Tollpatsch, der von einem Schlamassel ins nächste stolpert. Smart ist klug, lernfähig, spontan und witzig - doch leider hat er eben keinerlei Erfahrung, wie es "an der Front" zugehen kann. Dies sorgt für großartige Situationskomik und gleichzeitig für eine hohe Identifikation des Zuschauers mit Smart.

    Regisseur Peter Segal, der schon "Die nackte Kanone 33 1/3" sowie "Familie Klumps und der verrückte Professor" mit Eddie Murphy inszenierte, schafft es, sich vom oberflächlichen Klamauk zu emanzipieren und echte Komik-Kunst vorzulegen, die auch tolle Momente voller politischer Satire enthält. So liest der US-Präsident gerade in einem Kindergarten aus einem Märchenbuch vor, als "Kaos" eine Atombombe zünden will.

    Kameramann Dean Semler erhielt für "Der mit dem Wolf tanzt" den Oscar und filmte außerdem auch "xXx - Triple X" - sein Blick für großes Gefühl und brennende Action sorgt für beeindruckende Bilder, die den Zuschauer nah ans Geschehen bringen. So wird "Get Smart" zum echten Filmgenuss.

    Michael Defrancesco

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