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  • Kritik: "Akte X" gibt neue Rätsel auf

    Bei den Dreharbeiten zu "Akte X: Der Film" setzte Hollywood auf größte Geheimhaltung. Vom Drehbuch gab es nur numerierte Exemplare auf unkopierbarem rotem Papier, und die Mitarbeiter wurden zu Verschwiegenheit verpflichtet. Da dem TV- Phänomen inzwischen eine Legion von Fans, die "X-Philes", in rund 60 Ländern anhängt, sollte nichts über die Handlung der Leinwandversion, die am Donnerstag (6. August) in den Kinos anläuft, ans Licht kommen.

    "Es ist ein Action- und Abenteuerfilm, der gleichzeitig eine Liebesgeschichte ist", faßt Gillian Anderson alias FBI-Agentin Dana Scully zusammen. Das klingt nach mehr, als die Kult-Serie enthüllte. Tatsächlich werden Fragen beantwortet, aber die "Wahrheit da draußen" gibt wieder neue Rätsel auf.

    Der Film in der Regie von Rob Bowman nach dem Drehbuch von Akte X- Schöpfer Chris Carter bleibt dem Erfolgsrezept der 1993 gestarteten TV-Serie über ungelöste FBI-Fälle treu: Je weniger du gibst, desto mehr wollen die Leute. Der Streifen handelt laut Carter von der "Verschwörung der Regierung". Genauer gesagt von einem mächtigen Syndikat Verschworener, das Antworten zum Paranormalen, Übernatürlichen und Unerklärbaren vor der Welt vertuscht. Daß man diese Männer versammelt sieht, Außerirdische leibhaftiger als sonst auf der Erde ihr Unwesen treiben sowie die Agenten Scully und Fox Mulder (David Duchovny) in die Nähe einer Liebesbeziehung kommen, ist neu und stillt den Durst der Süchtigen. Doch es bleibt bei Andeutungen - wie etwa einem Beinahe-Kuß. Und das Schicksal der Menschheit ist weiter offen.

    In den USA hat der Film 88 Millionen Dollar eingespielt (nach unbestätigten Produktionskosten von 66 Mio US-Dollar), weil Leute sehen wollen, wie "Aliens" schon vor 35.000 Jahren die Erde terrorisierten. Darin kämpfen in typischen Akte X-Nahaufnahmen der Kameras, die oft mehr verhüllen als zeigen, zwei Neandertaler-artige Wesen mit einem Außerirdischen und töten ihn. Übrig von ihm bleibt das bekannte schwarze Ölblut in einem fossilen Schädel, den ein Junge am Ende des 20. Jahrhunderts entdeckt. Daß er und andere nach ihm kontaminiert werden, setzt die Vertuschungsmaschinerie in Gang und Mulder und Scully auf Fährten in Dallas, Texas und der Antarktis. Für Kritiker ist das Ganze nicht mehr als eine "erweiterte Doppelepisode mit zusätzlichen Perspektiven".

    Daß sowohl Akte X-Insider befriedigt, als auch Outsider mit einer nachvollziehbaren Story versorgt werden mußten, war die große Herausforderung der Produzenten, die Myriaden von Fachleuten für Spezialeffekte und auch Insektologen beschäftigten. Eine solche Brücke schlägt die Szene, in der eine Bardame den demoralisierten und betrunkenen Mulder fragt, was er denn so tue: Wortreich porträtiert er sich. Im Film ist er der alte Verlierer mit Spitznamen "Spooky", der an Außerirdische glaubt: "Was ich an Mulder liebe, ist, daß er so linkisch ist. Fünf Jahre sind vergangen, und er hat nicht einen Fall gelöst", so Duchovny zu seiner Rolle. Auch Anderson stellt die vertraute Skeptikerin dar: "Ich liebe an ihr ihre Stärke, Direktheit, Intelligenz und Leidenschaft", sagte sie Journalisten in London.

    Loyalität trieb beide Schauspieler an, den Kinofilm zu drehen, doch aus Müdigkeit möchten sie lieber gestern als heute die schon sechs Staffeln alte Serie verlassen. Für ihre Kollegen war das Erlebnis Kinofilm aufregender: Der Deutsche Armin Mueller-Stahl, der den Syndikatschef Strughold mimt, nannte einen seiner Auftritte ".. die schwierigste Szene, die ich je gespielt habe". Den wichtigen Part eines verrückten, aber glaubwürdigen "Dr. Kurtzweil", der Mulder Informationen zuträgt, meisterte der Amerikaner und Oscar-Preisträger Martin Landau. Der Brite John Neville, der sonst Shakespeare-Rollen bevorzugt, freute sich aus anderem Grund über seine Rolle (im Syndikat): "Endlich bin ich bei meinen Enkelkindern ein Hit."

    Elisabeth Weymann, dpa

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