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  • Kritik: AfrikaThriller

    «Ich weiß nicht, ob der Film ein Polit-Thriller ist oder eine Liebesgeschichte», sagt der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles über seinen Streifen «Der ewige Gärtner». Das klingt zunächst wie bloße Koketterie, schließlich ist der Stoff vom Krimi-Großmeister John Le Carré, es geht um schmutzige Pharmatests in Afrika, um Mord und dunkle Intrige.

    Doch die Unsicherheit, ob nicht doch die Lovestory das Wichtigste ist, beschleicht auch den Zuschauer. Das kann man als Nachteil empfinden oder auch nicht, bewegend ist der Film in jedem Fall. Am 12. Januar läuft er in deutschen Kinos an.

    Justin Quayle (Ralph Fiennes) ist ein sanftmütiger und leicht verschlafener Diplomat im Dienste der britischen Krone. Ehrgeiz ist ihm fremd, Engagement auch, und als er nach Kenia in Ostafrika versetzt wird, widmet er sich vor allem der Gartenarbeit. Seine junge Ehefrau Tessa (Rachel Weisz) ist dagegen hitzig, emotional leicht entflammbar, und bald setzt sie sich mit ganzer Seele für den Kampf gegen Afrikas Armut ein. Als sie bei einer ihrer Einsätze in einer abgelegenen Wüste ermordet wird und es heißt, sie habe eine Affäre mit einem afrikanischen Arzt gehabt und die Behörden die Sache unter den Teppich kehren wollen, da erwacht der Ehemann aus seiner Lethargie und beginnt seine eigenen Untersuchungen.

    «Was mich an dem Projekt gelockt hat, war die Chance in Afrika zu filmen», meint Meirelles. Schon in «City of God» hat er sich mit dem Thema Armut, Drogen und Gewalt in der Dritten Welt beschäftigt, aber da bewegte er sich auf sicherem Grund, es ging um die Armenvierteln von Rio de Janeiro, seiner Heimat. Dagegen wirkt die Ausbeute seiner Kamera-Streifzügen durch die Slums von Nairobi eher mager, Mireilles produziert die üblichen bunten Elendsbilder, kaum mehr.

    Doch immer mehr zieht den Zuschauer in den Bann, was den Witwer und Diplomaten bei seinen Recherchen, die ihn nacheinander nach London, Deutschland und zurück nach Kenia führen, wirklich antreibt. Da ist die Aufklärung des Mordfalls, die Aufdeckung der Pharmaversuche an unwissenden einfachen Kenianern. Aber da ist noch mehr, was den Mann motiviert: Er will herausfinden, was seine Frau in ihrer Arbeit genau getan hat. Er will herausfinden, wer seine Frau wirklich war.

    «Da ist diese wunderbare Liebesgeschichte, in der ein Mann seine Ehefrau erst richtig versteht und sie erst richtig zu lieben beginnt, nachdem sie tot ist», sagt der Regisseur. Einer der stärksten Szenen des Films ist die letzte: Der Ehemann ist an den Turkanasee gefahren, in den unwirtlichen Norden Kenias, wo seine Frau ermordet wurde. Dort entschlüsselt er das Komplott gegen sie, kommt ihren Mördern auf die Spur - doch dann will er nicht mehr zurück in die Welt, er hat sein Ziel erreicht, er bleibt allein zurück.

    dpa

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