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  • Kritik: Adrenalintreibend: Frankenheimers

    In "Wild Christmas" ist alles anders, als der Zuschauer erwartet: Was eine wunderbare Liebesgeschichte mit Ben Affleck und der hinreißenden Charlize Theron hätte werden können, entpuppt sich als ruchlose Kriminellen-Weihnacht mit verzwickten Handlungssträngen und überraschenden Wendungen.

    Wer einen gemütlichen und beschaulichen Weihnachtsfilm erwartet, muss sich gleich in der ersten Szene mit fünf blutenden und reglos im Schnee liegenden Weihnachtsmännern abfinden.

    "Wild Christmas" von Regie-Veteran John Frankenheimer und Drehbuchautor Ehren Kruger ist die Geschichte des Ex-Sträflings Rudy Duncan (Ben Affleck), der verzweifelt aus einem Überfall auszusteigen versucht, den er nicht begehen will. Am Tag der Entlassung wartet Ashley (Charlize Theron) vor dem Gefängnis auf ihren Brieffreund, Rudys Zellengenossen Nick. Der war jedoch wenige Tage zuvor bei einer Auseinandersetzung im Gefängnis getötet worden. Rudy kann beim Anblick der Schönen nicht widerstehen, sich als Nick auszugeben.

    Doch schnell steckt er in einer bedrohlichen Klemme: Ashleys Bruder Gabriel (Gary Sinise) hat seine eigenen Pläne mit dem Ex- Sträfling. Der skrupellose Gauner will mit seiner Gang am Heiligen Abend ein Casino überfallen - das Casino, in dem Nick angestellt war. Wohl oder übel muss der falsche Nick seine Rolle weiterspielen. Denn als Rudy Duncan ist er für Gabriel wertlos, und der brutale Killer würde keine Sekunde zögern, ihm eine Kugel in den Kopf zu jagen.

    Verzweifelt versucht Rudy, den Gangstern zu entkommen. Aber Gabriel und seine Kumpane sind wild entschlossen, den Überfall durchzuziehen. Auf einem rasanten Trip durch das winterliche Michigan wird Rudy in einen Strudel aus brutalen Machtspielen und tödlicher Gefahr gerissen. Und auch Ashley ist nicht die, die sie zu sein vorgibt.

    Nach dem Action-Krimi "Ronin" (1998) mit Robert de Niro und Jean Reno fiel Frankenheimers Entscheidung für "Wild Christmas" geradezu logisch aus: Erneut glänzt der Regisseur von Klassikern wie "Der Gefangene von Alcatraz" (1962) mit Burt Lancaster mit seinem adrenalintreibenden Erzählstil. Offensichtlich fasziniert war Frankenheimer von der Figur des unbeugsamen Rudy, der seine kriminelle Energie nutzt, um trotz Kugelhagel zu überleben - von Affleck frisch und unverbraucht gespielt.

    Eine der finsteren Gestalten des Films ist der erfolglose Kleinkriminelle Gabriel, der endlich einen lukrativeren Job durchziehen möchte. Gabriel wird von Gary Sinise als Getriebener glänzend verkörpert. Zwar stellen die meisten Charaktere in "Wild Christmas" irgendwann den ersten Eindruck von ihnen völlig auf den Kopf. Dennoch bleibt Gabriel der finstere Mittelpunkt des Films - ein Mann, der von vielen Dämonen getrieben wird. Dazu passt die verhaltene Farbpalette des Streifens, die hauptsächlich grellen Schnee, grauen Himmel und schattenhafte Aktionen hervorhebt und fast an einen Schwarzweißfilm erinnert.

    Thomas Strünkelnberg, dpa

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