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  • Kritik: Adam Sampler als Kinotrottel

    Bobby Boucher hat unter seinem kurzgelockten Scheitel bedauernswert wenig Verstand. Und den verwendet er voll darauf, die Football-Mannschaft mit abgekochtem, genau temperiertem und umgerührtem Wasser zu versorgen. Doch für seine ganze Mühe erntet er nur Hohn und Spott, dem er, naiv, gutmütig und schüchtern, wie er ist, nichts entgegenzusetzen hat.

    Doch eines Tages traut er sich, zurückzuschlagen, und das ist der Tag seiner Entdeckung als außergewöhnliches Football-Talent. Die in den USA äußerst erfolgreiche Komödie

    Mit mildem Spott und viel Sympathie für den Titelhelden hat Regisseur Frank Coraci seine Parodie auf den amerikanischen Traum und die Football-Begeisterung der Amerikaner in Szene gesetzt. Die Gags sind geradezu lachhaft albern und wässrig-dünn, wenn Bobby zum Beispiel auf seinem kleinen Rasenmähertraktor, der eigentlich nur 20 Stundenkilometer schafft, plötzlich einen Affenzahn fährt, oder seine resolute Südstaatenmutter Baby-Alligatoren grillt.

    Das Leben des einfältigen Wasserträgers ändert sich, als er beim erfolgreichen Footballteam der Cougars herausfliegt. Bobby bietet seine Dienste nun den Louisiana Mud Dogs an, der schlechtesten Mannschaft der Südstaaten, die schon 41 Spiele in Folge verloren haben. Aber auch dort wird er als Spinner verhöhnt. Als ein Spieler sogar ins Wasser spuckt, sieht Bobby rot: Mit lautem Geheul stürmt er auf den Spucker zu und reißt ihn mit voller Wucht zu Boden. Es ist das beste Tackling, das Trainer Klein jemals gesehen hat. Sofort will er Bobby in das Team und damit in die zugehörige Uni aufnehmen.

    Mama Boucher (Kathy Bates) darf nichts davon wissen; Schule und Sport sind nichts für Bobby, meint sie. Sie möchte ihren mittlerweile 31jährigen Sohnemann ganz für sich allein haben in ihrem windschiefen Haus in den Sümpfen des amerikanischen Südens. Doch Bobby hört zum ersten Mal nicht auf seine Mama. Während er die Mud Dogs von Sieg zu Sieg führt, trifft er seine Jugendflamme Vicki Vallencourt (Fairuza Balk) wieder und kommt abermals in Gewissenskonflikte. Denn Mama meint, Frauen seien Teufelswerk und nichts für ihren Bobby.

    Der Football-Karriere droht dann kurz vor dem Höhepunkt ein jähes Ende. Im Finale sollen die Mud Dogs ausgerechnet gegen die Cougars spielen. Deren Coach offenbart Bobbys Mitspielern, daß ihr Neuzugang gar keinen Highschool-Abschluß besitzt und deshalb gar nicht eingesetzt werden kann. Die nächste Katastrophe wartet zu Hause auf Bobby: Seine Mama ist ins Koma gefallen. Nun will Bobby vor lauter Schuldgefühlen keinen Ball mehr anfassen, doch es kommt zum Schluß alles ganz anders.

    Daß der Hauptdarsteller zu sehr auf Mitgefühl für den armen Bobby aus ist, schadet der Komödie. Dabei wirkt Adam Sandler, zuletzt erfolgreich in "Eine Hochzeit zum Verlieben", als treu-doofer Trottel auch nicht unbedingt sympathisch. Für komische Momente sorgen Kathy Bates als Mama Boucher mit flammendroten Haaren und unverstellten Herrscherallüren und Henry Winkler als traurige Trainergestalt. Er ist ein Serien-Superstar im US-Fernsehen, und auch die Besetzung der anderen Trainerrolle mit Countrymusik-Legende Jerry Reed war sicher eine zusätzliche Attraktion für das amerikanische Publikum.

    Inge Treichel, AP

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