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  • Kritik: Action statt Gefühlskitsch

    San Francisco. George Lucas hat die Zeit um zehn Filmjahre vorgedreht. Gezählt seit dem Ende von "Episode 1 - Die dunkle Bedrohung", versteht sich.

    Es herrscht große Unruhe in der Galaxis, eine Separatistenbewegung untergräbt die Einheit der Republik. Hunderte von Planeten haben sich bereits angeschlossen. Und auch das jugendliche Herz des inzwischen zu einem begabten Jedi-Lehrling herangewachsenen Anakin Skywalker wird von Unruhe erschüttert.

    In "Star Wars: Episode 2 - Angriff der Klonkrieger" geht Schöpfer, Autor, Regisseur und Filmmogul George Lucas wieder ans Eingemachte. Er greift auf bewährten Konfliktstoff zurück: Der Heldenmut der Jedi- Ritter kollidiert in actionreichen Szenen mit den Mächten des Bösen. Lucas fügt außerdem ein neues Motiv hinzu, die verbotene Liebe. Am Donnerstag (16. Mai) kommt der Film weltweit in die Kinos.

    Drei zentrale Figuren treffen zusammen

    Zum ersten Mal seit dem Streit zwischen der Handelsföderation und dem Planeten Naboo treffen die drei zentralen Figuren aus "Episode 1" wieder aufeinander. Der inzwischen zum Jedi-Lehrmeister aufgestiegene Obi-Wan Kanobi (Ewan McGregor) wird mit seinem Schüler Anakin (Hayden Christensen) nach Coruscant gerufen, dem Machtzentrum der Star Wars- Galaxis. Ihre Mission: Sie sollen die frühere Königin von Naboo vor Attentätern schützen. Padme Amidala (Natalie Portman) ist inzwischen eine angesehene Senatorin der Republik.

    Eine Schlacht nie gekannten Ausmaßes droht

    In seinen Nachforschungen über den Hintergrund der Drohungen gegen Padme entdeckt Obi-Wan bisher unbekannte und gefährliche Territorien, zwei Planeten am äußeren Rand der Galaxis. Er trifft auf einen skrupellosen Kopfgeldjäger, eine Fabrik, in der Klon-Babies tausendfach in Einmachgläsern zu Soldaten herangezüchtet werden, barbarische, termitenartige Kreaturen und einen verbitterten Jedi-Meister, der die Gruppe der abtrünnigen Planeten anführt.

    Dem jetzt 19-jährigen Anakin fällt die Aufgabe zu, Amidala allein zu beschützen, während sich die finsteren Mächte auf eine Schlacht nie gekannten Ausmaßes vorbereiten.

    Vom Engel zum Teufel - Die Wandlung des Anakin Skywalker

    So weit die grobe Geschichte des Films. Die Bedeutung innerhalb der Sternenkriegs-Saga - als insgesamt fünfter Teil und zugleich zweiter Teil der Vorgeschichte: "Episode 2" erklärt, wie das engelsgleiche, weizenblonde und hoch begabte Sklavenkind Anakin aus "Episode 1" langsam aber sicher auf die Seite des Bösen gerät, um später zu dem teuflischen Darth Vader zu mutieren.

    Rebellion ist im Anflug, wenn sich der noch pflichtbewusste Anakin wiederholt über das Verhältnis zu seinem Lehrmeister Obi-Wan Kanobi beschwert. Er sei Obi-Wan in vielerlei Hinsicht voraus, klagt Anakin, doch der verstehe das nicht und höre ihm auch nicht zu, vielleicht sei er sogar neidisch. Da spricht der aufgestaute Frust eines hoch begabten Schülers, der mit dem Standardlehrplan des Kultusministeriums zu kurz gehalten wird.

    Die verbotene Liebe

    Die Verzweiflung über den Verlust eines geliebten Menschen treibt ihn in den Rachemord, doch noch zeigt er Reue. Entgegen dem Ehrenkodex der Jedi-Ritter hängt Anakin an Dingen oder vielmehr Menschen. In George Lucas Fabelwelt ist Gier, selbst oder vor allem wenn sie aus Liebe erwächst, der Grundstein allen Übels. Ihren stärksten Ausdruck findet diese Charakterschwäche des jungen Jedi- Ritters in seiner unbändigen Liebe für die schöne Padme Amidala.

    Liebesbeziehungen einzugehen, ist für Jedi-Ritter ein absolutes Tabu. Der attraktive Anakin bemüht sich trotzdem hartnäckig um die schöne Ex-Königin. Amidala zieht sich nach einem Anflug von Wankelmütigkeit auf ihr Pflichtbewusstsein zurück und wiegelt konsequent ab. Es bedarf einer lebensbedrohlichen Situation, damit Amidala realisiert, dass das Leben zu kurz ist, um sich von Wenns und Abers aufhalten zu lassen. Wer mit der bereits 1977 gestarteten Saga vertraut ist, weiß, dass sich die Beiden kriegen müssen. Schließlich haben sie zwei Kinder, Luke Skywalker und Prinzessin Leia, gezeugt.

    Details für die Fans

    Und überhaupt dürften sich Fans und Kenner der Sternenkriegs-Saga an einer Fülle von Erklärungen für Details der Saga erfreuen. So erfahren Eingeweihte, warum Darth Vaders rechte Hand aus einem Stahlskelett besteht. Oder sie lernen zu verstehen, warum Boba Fett zu dem berüchtigten Killer heranwächst, den er in "Das Imperium schlägt zurück" (1980) verkörpert.

    George Lucas scheint die Kritik an "Episode 1" ernst genommen zu haben: Jar Jar Binks, von Kritikern wie Fans als rassistische Entgleisung verschrien, hat kaum Auftritte. Die Dialoge klingen weniger hölzern. Vormals langatmige Senatsdebatten beschränken sich auf bündige Momente. Und ganz allgemein hat Lucas in "Episode 2" zu einem stimmigeren Erzählrhythmus zurückgefunden, vorangetrieben von mehr Action und weniger Gefühlskitsch.

    Yoda mit dem Lichtschwert

    Bei den Filmarbeiten wurde nicht ein einziger Zentimeter Zelluloid verdreht. "Episode 2" wurde ausschließlich mit digitalen Kameras aufgenommen und wird in zahlreichen Kinos auch digital gezeigt. Unter den Hunderten am Computer erzeugten Geschöpfen ist erstmals auch Jedi-Meister Yoda. In den vorherigen Filmen war er noch eine Puppe. Yoda wird diesmal in zahlreichen Großaufnahmen mimisch zum Leben erweckt. Manchmal scheint die Kreatur zu lebendig. Digitale Tricks erlauben dem weisen Zwerg erstmals, mit atemberaubend wirbelndem Lichtschwert in der Hand seine Jedi-Kampfkünste zu beweisen.

    Es passiert soviel, dass einem schwindelig wird

    "Episode 2" ist eine Demonstration des technisch Machbaren in Hinblick auf an Computern erzeugten Animationen, Kulissen und Effekten. Darin liegt ein Reiz, aber auch ein Ansatzpunkt für mögliche Kritik. Vielleicht wird sich George Lucas einmal mehr die Übertechnisierung eines Films vorwerfen lassen müssen. In ihrer visuellen Komplexität, Geschwindigkeit und ihrer fast immer von den Protagonisten entfremdeten Perspektive entsprechen die Action-Szenen mehr den Sehgewohnheiten eines Computerspiels als der des Kinos. So viel passiert in Verfolgungsrennen mit Raumschiffen, einem zentralen Kampf zwischen Mensch und Maschine und dem finalen Showdown zwischen Klonkriegern und Jedi-Rittern, vielbeinigen Monstern mit scharfen Zähnen und Roboter-Soldaten gleichzeitig, dass dem Zuschauer schwindlig werden kann. Wer Computerspiele nicht gewohnt ist, mag versucht sein, in solchen Momenten abzuschalten.

    Anna-Barbara Tietz, dpa

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