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  • Kritik: Aberwitzige GaunerKomödie

    Gezielt steuert ein glückloser Gauner (Lars Brygmann) mit seinem jungen Komplizen (Nikolaj Coster Waldau) im Kopenhagener Museum auf ein Gemälde zu, das genau der Abbildung in ihrem Prospekt entspricht.

    Mit einem scharfen Messer durchtrennen sie mit einem Schnitt die Aufhängung, klemmen sich das Bild unter den Arm und stoßen den Aufseher zu Boden, der sich ihnen in den Weg stellt. Als der amateurhafte Kunsträuber diese Beute stolz seinem Sohn (Jakob Cedergren) und dessen Cousin (Nicolas Bro) präsentiert, stellt sich heraus, dass sie das falsche Bild gestohlen haben.

    Amüsant, absurd, abenteuerlich

    In den laufenden Fernsehnachrichten erfährt das Quartett, dass es unwissentlich Dänemarks einzigen Rembrandt erbeutet hat, der mehrere Millionen wert ist. In der originellen Gauner-Komödie «Stealing Rembrandt - Klauen für Anfänger» stellt der dänische Regisseur und Autor Jannik Johansen die gängigen Klischees des klassischen Gangsterfilms auf den Kopf: amüsant, absurd, abenteuerlich.

    In Dänemark avancierte «Stealing Rembrandt», der im vergangenen Jahr das Internationale Filmfestival Kopenhagen eröffnete, mit rund 300.000 Besuchern zum Kino-Hit. Die Inspiration zu dieser ungewöhnlichen Story lieferte Johansen und seinem Oscar-gekrönten Co-Autor Anders Thomas Jensen («Wahlnacht») eine reale Begebenheit: Der größte und dümmste Kunstraub Dänemarks ereignete sich 1999 in der Nivagaard Gemäldegalerie, wo zwei Kleinkriminelle mit Rembrandts «Porträt einer Dame» und Giovanni Bellinis «Porträt eines jungen Mannes» zwei der teuersten Bilder Europas entwendeten.

    Verbrecherring aus Amateuren

    Während Interpol damals nach professionellen Kunsträubern fahndete, kam die Polizei schließlich einem Verbrecherring aus Amateuren auf die Spur. Dieser Vorfall führte zu einer öffentlichen Auseinandersetzung über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen in den dänischen Museen, wo die Gemälde bis dahin weder durch Alarmanlagen noch durch Bewegungsmelder geschützt waren.

    Produziert wurde «Stealing Rembrandt», der bis in die kleinsten Nebenrollen prominent besetzt ist mit dänischen Shooting-Stars wie Nikolaj Lie Kaas («Reconstruction»), Paprika Steen («Das Fest») und Sonja Richter («Open Hearts»), in dänisch-britischer Koproduktion. Als Partner konnte Thomas Gammeltoft mit seiner Kopenhagener Fine Mellow Productions die englische Firma Ugly Duckling Films gewinnen. Die visuelle Umsetzung übernahm der preisgekrönte dänische Kameramann Eric Kress («Flickering Lights»), der bereits Johansens Kurzfilm «A Quiet Death» fotografiert hatte.

    Showdown auf einem Schrottplatz

    Durch den großen Medienwirbel, den ihr spektakulärer Coup ausgelöst hat, steckt die Gang gewaltig in der Klemme. Über den gewieften Großvater der Gaunerfamilie versucht sie, den Rembrandt an einen japanischen Geschäftsmann zu verkaufen. Doch der Deal platzt, da ein Polizeiinspektor inzwischen zwei englische Kopfgeldjäger auf sie angesetzt hat. Nach dem abenteuerlichen Showdown auf einem Schrottplatz kommt es zwischen den Bandenmitgliedern zu einer ernsten Auseinandersetzung mit ungeahnten Folgen.

    Mit seinem erfrischenden Erstlingswerk liefert der dänische Nachwuchsregisseur eine melancholisch-aberwitzige Komödie, in der er schwungvoll die Stereotypen konventioneller Gangsterkrimis ad absurdum führt. Seinen Charme bezieht «Stealing Rembrandt» vor allem aus den gut gezeichneten Anti-Helden, deren Lebensträume an ihrer eigenen Unfähigkeit zerbrechen. Durch turbulente Wendungen sorgt Johansen immer wieder für neue Spannungs-Elemente, um den Zuschauer am Ende augenzwinkernd mit einer Schlusspointe zu überraschen.

    dpa

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