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  • Kritik: Abenteuerliche Achterbahn der Gefühle

    Genervt blickt der erfolgreiche Werbe-Manager (Clive Owen) dem morgendlichen Zug nach Chicago hinterher, den er nur um Sekunden verpasst hat. Als er endlich in die nächste Bahn steigt, fehlt ihm obendrein seine Fahrkarte. Glücklicherweise befreit ihn eine freundliche Fremde (Jennifer Aniston) mit ein paar Dollars aus dieser misslichen Lage.

    Fortan trifft er auf dem Weg zur Arbeit regelmäßig auf die attraktive Bankerin - irgendwann verabredet er sich nach Büroschluss mit ihr. Doch noch bevor ihre Affäre richtig beginnt, werden sie in einem schäbigen Hotelzimmer brutal von einem gewalttätigen Ganoven (Vincent Cassel) überfallen. In dem fesselnden Psycho-Thriller «Entgleist» schildert der schwedische Regisseur Mikael Håfström («Evil»), wie ein fürsorglicher Familienvater immer tiefer in ein dunkles Dickicht aus Erpressung, Lügen und Gewalt gerät: mysteriös, magisch, mörderisch.

    Die Vorlage zu diesem packenden Kinofilm lieferte der amerikanische Autor James Siegel mit seinem gleichnamigen Roman, an dem sich der amerikanische Produzent Lorenzo di Bonaventura («Vier Brüder») schon die Rechte sicherte, bevor das Buch erschien. Als Koproduzent für dieses Filmprojekt gewann er Mark Cooper, auf dessen Konto Oscar-gekrönte Kinoerfolge wie «Shakespeare in Love» oder «Chocolat» gehen. Mit der Leinwandadaption dieses Stoffes beauftragte das Team den australischen Drehbuchautor Stuart Beattie («Collateral»).

    «Als europäischer Schauspieler ist es mir sehr wichtig, dass ich keine Stereotypen in amerikanischen Filmen verkörpere», betont Cassel, der seine Filmfigur in Zusammenarbeit mit Håfström weiter entwickelte. «Meine Rolle beinhaltet zwei ganz unterschiedliche Charaktere, denn neben dem knallharten Gangster spiele ich gleichzeitig einen gebildeten Geschäftsmann.»

    Nach dem traumatischen Überfall will der Werbefachmann sofort die Polizei alarmieren, doch die verängstigte, junge Frau hält ihn davon ab, weil sie nicht das Sorgerecht für ihre Tochter gefährden will. Einige Wochen später, als er diesen Vorfall schon längst verdrängt hat, wird er plötzlich aus seiner trauten Mittelstandsidylle gerissen. Der gewiefte Gangster fordert nun auch noch Schweigegeld. «Es hat mir großen Spaß gemacht, in diese Rolle zu schlüpfen», betont Cassel. «Es ist ein psychologischer Prozess, sich in solch eine Situation hinein zu begeben.»

    Die Dreharbeiten zu «Entgleist» erfolgten Anfang 2005 in den Elstree Studios in London, wo sämtliche Innenaufnahmen entstanden, sowie an Originalschauplätzen in Chicago. «Wir haben diesen Film mit einer kleinen Crew gedreht, was sehr sympathisch war. Es gab keinerlei Star-Allüren am Set», berichtet Cassel. Große Anspannung herrschte nur bei der Vergewaltigungsszene. «Dabei waren alle sehr konzentriert. An diesen beiden Drehtagen haben wir wenig gelacht.»

    Nach dem kraftvollen Jugend-Drama «Evil», das 2004 für den Auslands-Oscar nominiert war, liefert der schwedische Regisseur mit seinem US-Debüt jetzt einen düsteren, atmosphärischen Thriller im Film-Noir-Stil. Mit erotisch-knisterndem Spannungsaufbau zieht Håfström den Zuschauer tief in den Sog einer verhängnisvollen Affäre, die bald dazu führt, dass das Leben seines Protagonisten völlig zu entgleisen droht. Dabei stellt der Regisseur die entscheidenden Weichen und schickt ihn auf eine abenteuerliche Achterbahnfahrt der Gefühle, die voll ungeahnter Überraschungen und unvorhersehbarer Wendungen steckt. Von Birgit Heidsiek, dpa

    dpa

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