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  • Kritik: Abenteuerfilm "Anaconda" - Solider Naturthriller mit Riesenschlange aus Trickstudio

    Frankfurt/M (AP) Saurier, Haie und Wölfe gehören zu den Tieren, die Kinobesucher schon öfter in Schrecken versetzten. Schlangen sind gefährlich und gefürchtet, aber einfach zu klein für die große Leinwand - mit einer Ausnahme: Die Eunectes murinus aus der Familie der Boas, etwas besser bekannt als Anakonda, kann immerhin bis zu neun Meter lang werden. Die südamerikanische Wasserbewohnerin hat also gewisse Voraussetzungen für eine Kinokarriere, zumal sie als das gefährlichste Exemplar ihrer Gattung gilt. Anakondas machen selbst Antilopen oder Wildschweine zur Beute, knacken die Knochen ihrer Opfer und verschlingen sie in einem Stück.

    Was lag also näher, als solch ein Monster aus dem Regenwald zum furchterregenden Mittelpunkt eines Filmes zu machen? "Anaconda" ist der Titel des von dem peruanischen Regisseur Luis Llosa für Hollywood gedrehten Naturthrillers um die legendenumwobene Riesenschlange, ab kommenden Donnerstag auch in den deutschen Kinos zu sehen. Und da auf der Leinwand alles etwas größer als im wirklichen Leben ausfallen soll, ist das computeranimierte Reptil so riesig ausgefallen, daß im Parkett einige Angstschauer garantiert sind.

    Die Handlung ist von eher schlichter Art: Der Anthropologe Dr. Cale, gespielt von Eric Stoltz, ist mit einem Filmteam auf dem Amazonas auf der Suche nach einem noch unentdeckten Indianerstamm. Auf der Reise in den Dschungel stößt die Gruppe, der auch die schöne Filmemacherin Terri Flores (Jennifer Lopez) angehört, auf einen Schiffbrüchigen: Es ist der einzelgängerische Schlangenjäger Sarone, der schnell Unruhe aufs Boot bringt. Nach einem dramatischen Zwischenfall, bei dem Dr. Cale fast umkommt, übernimmt Sarone das Kommando. Er will die unheimliche Bestie herausfordern - ohne Rücksicht auf menschliche Verluste.

    Llosa hat einen atmosphärisch dichten, die erregende Faszination des Amazonas-Dschungel sinnlich vermittelnden Film gedreht. Mit Jon Voight kann er einen glaubhaften Darsteller für den vom Jagdfieber besessenen Sarone aufbieten, auch der immer öfter in Filmen eingesetzten Jennifer Lopez mag man gerne zusehen. Und der eigentliche Star, die Killer-Schlange, beweist eindrucksvoll den Stand der computeranimierten Tricktechnik, die an Hexerei grenzt. Wenn "Anaconda" doch nur ein mittelmäßiger Film geworden ist, liegt das an dem absehbaren Handlungsverlauf, faden Dialogen und den recht klischeehaften Charakteren.

    Originell allerdings ist die Idee, den männlichen Helden über weite Strecken verwundet im Bett dösen zu lassen und erst kurz vorm Ende wieder eingreifen zu lassen. Viel einfacher läßt sich die Gage nicht verdienen. Das Finale von "Anaconda" ist ebenso actiongeladen wie einfallslos. Llosa und seine Drehbuchautoren hätten den Mut haben sollen, den Mythos der Riesenschlange nicht im Feuerzauber zerknallen zu lassen. So verläßt der Zuschauer mit schalem Gefühl das Kino: Alles wie gehabt, die Hollywood-Dramaturgie verschlingt zur Not auch Anakondas mühelos.

    Von AP-Korrespondent Wolfgang Hübner

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