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  • Kritik: Abel Ferraras "Blackout":

    Hamburg (dpa) - Die Welt des Films wird von vielen Regisseuren gerne als Kulisse für ihre eigenen Werke genutzt. Denn die Mischung aus Leidenschaft, Eifersucht, Glamour und Drogen, die sich dort - so sagt man jedenfalls - in besonderer Intensität findet, bildet einen guten Nährboden für die Entwicklung menschlicher Dramen. Mit Abel Ferraras "Blackout" kommt nun ein weiteres Meisterwerk des amerikanischen Independent-Regisseurs in die Kinos, das von den Verquickungen von Leidenschaft und Drogenexzessen vor und hinter der Kamera erzählt.

    Neben den bekannten Leinwandstars Dennis Hopper und Beatrice Dalle ist in "Blackout" auch das deutsche Supermodel Claudia Schiffer in ihrer ersten Spielfilmrolle zu sehen.

    Matty (Matthew Modine) ist nicht nur in seinem Beruf als Filmschauspieler erfolgreich, er hat mit Annie (Beatrice Dalle) auch eine Freundin, die er liebt und die er heiraten möchte. Als er ihr jedoch seinen Antrag macht, erfährt er, daß sie das Kind, das sie von ihm erwartet, wegen seiner Drogensucht abgetrieben hat. Der Schock ist für Matty nicht heilsam, im Gegenteil: er steigert seinen Drogenkonsum immer weiter, bis es schließlich zum endgültigen Zusammenbruch kommt. 18 Monate später jedoch ist Matty ein neuer Mensch: Mit seiner gutbürgerlichen Freundin Susan (Claudia Schiffer) führt er nun ein geregeltes Leben ohne Exzesse. Doch verfolgt von Alpträumen treibt es ihn zurück zu seiner Vergangenheit, und schließlich erfährt er, was sich am Abend seines Zusammenbruchs tatsächlich zugetragen hat.

    Mit "Blackout" knüpft Abel Ferrara an den Stil seines bisher bekanntesten und erfolgreichsten Films "Bad Lieutenant" an und beweist sich ein weiteres Mal als meisterhafter Regisseur menschlicher Katastrophen. "Ich möchte frei von meiner Vergangenheit werden", sagt Matty nach dem Kollaps zu seinem Psychiater, doch es ist klar, daß ihm dies nie gelingen wird. Ferrara inszeniert in "Blackout" ein Drama, bei dem die Sucht nach immer neuen Exzessen am Ende alles zerstört: Liebe, Gesundheit und Freundschaft. Mattys Weg zurück ist auch ein Zurück zu Alkohol und Drogen, und Matthew Modine gelingt es - in seiner bisher größten Kinorolle - Mattys körperliche und seelische Schmerzen geradezu fühlbar zu machen.

    An seiner Seite spielt Dennis Hopper als Nachtclubbesitzer und Filmemacher Micky die Rolle, die ihm seit den Anfängen seiner legendenhaften Kinokarriere ("Easy Rider", "Apocalypse Now", "Blue Velvet") auf den Leib geschrieben ist: den Advokat des Teufels. Mit einer Videokamera liegt er immer auf der Lauer, um die drogengeschwängerten Sex-Exzesse seiner Freunde für seinen Film nutzbar zu machen. Als Matty in seinem Club über eine Zufallsbekanntschaft herfällt, die er im Drogenrausch für seine verlorene Annie hält, ist Micky es, der jedes Details mit der Kamera einfängt.

    Während Beatrice Dalle mit ihrer ungebrochenen erotischen Ausstrahlung seit "Betty Blue" zumindest in Frankreich zu den ganz großen Stars gehört, ist für Claudia Schiffer "Blackout" der erste Versuch im Spielfilmgenre. Ihre Rolle als nette, hübsche (aber unaufregende) Frau aus geordneten Verhältnissen scheint ihr - wen wundert's - auf den Leib geschnitten, so daß wohl mit einer baldigen Fortsetzung ihrer schauspielerischen Gehversuche gerechnet werden darf.

    Von Peter Zöttl, dpa

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