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  • Kritik: Überraschender US-Sommerhit

    Die lacksteife Haartolle von Cameron Diaz setzt das wegweisende Zeichen: Was es mit dem vermeintlichen Haargel in Wahrheit auf sich hat, liegt zwar jenseits des guten Geschmacks, aber hat in diesem Sommer bereits tausende Amerikaner aus dem Häuschen gebracht. Mit

    gelang den Brüdern Peter und Bobby Farrelly ("Dumm und dümmer", "Kingpin") der Überraschungs-Hit des US- Kinosommers.

    Freunde der dezenten Ironie seien jedoch gewarnt, es geht eher derb zu: Schoßhündchen bekommen Stromstöße, Behinderte werden übel übers Ohr gehauen und der Filmheld klemmt sich sein bestes Stück brachial im Hosenreißverschluß ein.

    Ziemlich durchgeknallt und politisch ganz und gar nicht korrekt ist, was die filmemachenden Brüder auftischen. Doch der deftige Humor ist Programm: "Politisch korrekt - das ist der Tod der Komödie", ist Peter Farrelly im dpa-Interview überzeugt. "Es geht uns nicht darum, mutwillig Grenzen überschreiten. Aber es ist auch nicht so, daß ein Rollstuhlfahrer immer der bessere Mensch ist", sagt Bobby Farrelly. "Wir wollen ein Stück über die herkömmlichen, netten Hollywood-Komödien hinausgehen."

    Mit Cameron Diaz als ganz und gar entzückender Mary haben sie dafür einen glitzernden Edelstein ergattert, den die Männer (nicht nur im Film) nur so anhimmeln. "Als wir Camerons Zusage für den Film hatten, rissen sich die Männer um die anderen Rollen", kommentieren die Brüder grinsend.

    In diesem Rennen muß der sympathische Verlierer- Typ Ted (Ben Stiller) gegen einen Psychopathen, einen größenwahnsinnigen Pizzalieferanten und einen schmierigen Privatdetektiv antreten. In dieser Rolle schafft es ausgerechnet Ex- Sonnyboy Matt Dillon (Foto unten), sich in seinem ersten Comedy-Part selbst auf die Schippe zu nehmen. Im Hawaii-geblümten 80er Jahre-Outfit gibt er eine Mischung aus Miami-Vice-Hero und dem jungen James Garner, zeigt viel falsches Zahnweiß, Goldkettchen und schwarzgefärbten Schnauzer.

    Als Vollblutkomödiant erweist sich auch der Brite Lee Evans ("Mäusejagd"), der die Gunst der architekturbegeisterten Mary über die Mitleidschiene zu ergattern sucht. Der praktizierende Pizzaboy gibt sich zu diesem Zweck als gelähmter Architekt aus und legt hier und da ein beeindruckendes "Krückenballett" hin.

    Sehr derb also und mit harten Bandagen wird um die Schöne gekämpft - mit fast britisch anmutender Bösartigkeit. "Man hat uns schon öfters gesagt, daß wir eine Art europäischen Humor zeigen - und das ist ein Kompliment für uns", sagen die Farrellys. Aber auch Amerikaner wollen Vorbild gewesen sein: In den USA haben die Farrelly-Brüder zur Zeit eine Plagiatklage am Hals - unter anderem ausgerechnet wegen der klebrige Haartolle.

    Andrea Barthelemy, dpa

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