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  • Kritik: Äußerst mißglückter "Emanzipationsfilm": "Die Akte Jane"

    124 Minuten dauert Ridley Scotts bleischwerer Wehrertüchtigungsstreifen "Die Akte Jane" mit Demi Moore, der am 26. Februar in den deutschen Kinos anläuft. Die Ehefrau von Bruce Willis und dreifache Mutter hat sich für die Rolle einer Soldatin, die es den männlichen Kommißköpfen einmal richtig zeigen will, nicht nur die Haare fast zur Glatze abgeschnitten. Sie hat mit diesem in den USA bereits erfolglos gezeigten Film auch geradezu mutwillig weiter ihren einstigen Status als Superstar demontiert.

    Wahrscheinlich hat sich die vollbusige Moore noch in keinem ihrer bisherigen Filme körperlich so anstrengen müssen wie in diesem. Sie rennt, rackert, schwitzt und dürfte nach den Drehrbeiten eine der gestähltesten Mittdreißigerinnen der USA gewesen sein. Doch was nutzt das alles, wenn die Handlung des Films nichts taugt und das Thema Emanzipation der Frau in so grotesker Weise eher drangsaliert als variiert wird. Dabei sollte doch "Die Akte Jane" wohl propagieren, daß auch Frauen zur Absolvierung einer unvergleichlich brutalen Eliteeinheit-Ausbildung fähig sind.

    Ob das für die Amerikaner oder gar die ganze Welt von besonderen Interesse ist, kann bezweifelt werden. Aber wenn die Botschaft so langweilig und ohne auch nur einen Anflug von Humor oder gar Distanz serviert wird, bleibt das Publikum aus, und "G.I. Jane", so der Originaltitel, kämpft eigentlich ganz vergeblich an gegen machohaftes Gehabe ihrer männlichen Vorgesetzten und Ausbilder sowie auch gegen eine intrigante Senatorin, die übrigens von Anne Bancroft gemimt wird.

    Wie die große Charakterdarstellerin der Broadway-Bühnen und Hollywoods sich in diesen überlangen Werbespot des Pentagon verirrt hat, bleibt ebenso unverständlich wie die Tatsache, daß der britische Regisseur Scott in seiner Laufbahn immerhin so bedeutende Filme wie "Alien", "Der Blade Runner" und "Thelma Louise" gemacht hat. Demi Moore war an der Produktion beteiligt. Das dürfte bei dem Mißerfolg von "Die Akte Jane" ihre Gage deutlich gemindert haben. Es fällt schwer, das zu bedauern.

    Wolfgang Hübner, AP

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