40.000
  • Startseite
  • » Kommentar: Bei Lebensmitteln darf uns nicht alles recht und billig sein
  • Aus unserem Archiv

    Kommentar: Bei Lebensmitteln darf uns nicht alles recht und billig sein

    Die Sorgen der Landwirte sind nachvollziehbar. Wenn der Liter Milch im Supermarkt für 65 Cent zu haben ist, darf sich der Bauer zu Recht fragen, welche Wertschätzung diesem Produkt wirklich entgegengebracht wird, und welche Entlohnung ihm mittelfristig für seine Arbeit bleibt. Endete der Kampf für einen fairen Milchpreis, der letztlich zu einer Anhebung auf 41 Cent pro Kilogramm geführt hat, nur mit einem Sieg auf Zeit, und drohen trotz gestiegener Qualitätsansprüche künftig finanzielle Einbußen?

    Markus Kratzer kommentiert.
    Markus Kratzer kommentiert.

    Markus Kratzer kommentiert

    Nun wäre es eine Milchmädchenrechnung, wenn man den großen Discountern unterstellte, sie würden sich auf ein einzelnes Produkt in ihrem Sortiment konzentrieren. Natürlich sind Disposition und Kalkulation sehr viel breiter angelegt. Mit Sonderangeboten hat man vorrangig den Kundenstrom im Auge, nicht die Gewinnmarge bei dem zum Tief(st)preis angebotenen Artikel. Wer einmal im Laden ist, legt in der Regel mehr aufs Kassenband als die Tüte Milch oder das Päcken Butter. Und gerade mit Preissenkungen bei Grundprodukten kitzelt man die Kauflust des Verbrauchers - und zwingt die Mitbewerber zu reagieren. So etwas hat nichts mit Preisabsprache zu tun.

    Nennen wir es Marktautomatismen, die genau darauf abzielen, dass wir Kunden, die wir wenige Preise im Kopf haben, genau bei Artikeln des täglichen Gebrauchs sehr empfänglich für Verlockungen sind.

    Und genau hier - und wahrscheinlich nur hier - lässt sich der Hebel ansetzen. Wer würde schon von sich behaupten wollen, dass ihm Qualität nicht in die Tüte kommt? Wer gedanklich aber zu diesem kleinen ersten Schritt bereit ist, sollte sich aber dann auch zu der Erkenntnis durchringen, dass ihm nicht alles recht und billig sein darf. Die Landwirte mögen im Moment noch in der komfortablen Situation sein, dass Milch(-produkte) anderweitig stark nachgefragt werden.

    Aber wer garantiert dafür, dass dies so bleibt? Wer würde darauf spekulieren, dass der Weltmarkt berechenbar wird? Es liegt an uns allen, dass wir Produkte aus heimischen Gefilden aus unserem ganz persönlichen imaginären Sonderangeboteregal verbannen. Oder, liebe Supermärkte, wie wäre es mal mit einer etwas anderen Imagekampagne? Frei nach dem Motto: Bei uns gibt es die Butter nicht für 99 Cent, weil wir wissen, dass sie einen anderen Preis wert ist ...

    E-Mail: markus.kratzer@rhein-zeitung.net

    Preise für Milchprodukte gesunken: Bauern fürchen um ExistenzUmweltministerin Höfken: Klasse statt Masse
    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Mittwoch

    17°C - 28°C
    Donnerstag

    14°C - 25°C
    Freitag

    17°C - 28°C
    Samstag

    18°C - 30°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!