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  • KielKiels «Klein-Hoffenheim» vor Absturz in 4. Liga

    Einst als «Klein-Hoffenheim» gefeiert, droht der Tabellenletzte Holstein Kiel zu Kleinkleckersdorf zu werden. Im Sommer vergangenen Jahres war der schleswig-holsteinische Fußball-Verein noch mit kühnen Visionen in die 3. Liga aufgestiegen.

    In Anlehnung an den rasanten Aufstieg der TSG 1899 Hoffenheim träumten die Fans schon von der 2. Bundesliga und noch mehr. Die Realität sieht anders aus. Die «Störche» sind seit Wochen Tabellenletzter und haben fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsrang. Nach einjährigem Gastspiel droht der Absturz in die Viertklassigkeit.

    Im vergangenen Sommer herrschte noch Euphorie in Kiel. Trainer Falko Götz, seit Anfang 2009 im Amt, sollte der Erfolgsgarant sein. Der Verein investierte ins Stadion und in neue Spieler. Sponsoren waren Feuer und Flamme. Mit einem Etat von rund sechs Millionen Euro gehörte die Kieler zur Drittliga-Elite. Das Trainingsleistungszentrum in Kiel-Projensdorf auf Erstliga-Niveau mit Kunstrasenplatz und Trainingshalle wird gerade fertiggestellt. Vergleiche zu Hoffenheim wurden gezogen und schmeichelten dem Vorstand.

    Doch nach nur neun Monaten entließ Holstein seinen Trainer fristlos. Nach einer Niederlage in Braunschweig soll Falko Götz Spieler Marco Stier geschlagen haben. Verein und Trainer zogen vors Arbeitsgericht. Als Nachfolger wurde im Oktober 2009 Christian Wück verpflichtet. Der Ex-Profi und frisch gebackene Fußball-Lehrer war zuvor bei Rot-Weiß Ahlen entlassen worden. Kurzfristig konnte aber auch er das Blatt nicht wenden. «Wir hatten in den letzten Spielen immer die Möglichkeit, drei Punkte zu holen - geschafft haben wir es aber nie», meinte der Sportliche Leiter Andreas Bornemann.

    Zu den ausgerufenen Zielen vor der Saison gibt man sich nun wortkarg. Bornemann stellt die Ambitionen als überinterpretiert da: «Das Wort langfristig wurde wohl gern überhört. Keiner hat gesagt: In der nächsten Saison spielen wir in der 2. Bundesliga.» Bornemann stellt klar: «Wir sind kein Klein-Hoffenheim. Weder unsere Spieler noch das ganze Umfeld ist mit Hoffenheim vergleichbar.» Ähnlichkeiten vom Vereins-Konzept bestreitet er allerdings nicht: «Die Idee einen langfristigen Plan für vier Jahre zu erstellen ist ja auch gut.» Die großen Pläne waren spätestens seit der Winterpause passé.

    Wie die Enttäuschung bei den Holstein-Fans wuchs, musste Wück auf seinem Blog registrieren. Von vermeintlichen Fans sei er diffamiert worden, sagte der Coach. Ein Grund für ihn, die interaktive Kommunikation mit den Fans zu beenden. Die Zuschauerzahlen bei den Heimspielen zeugen von Desinteresse. Zum Kellerduell am vergangenen Sonntag gegen Wuppertal (1:1) kamen nur 3671 Zuschauer, gegen den einstigen Bundesligisten Unterhaching (2:2) eine Woche zuvor waren es sogar nur 3096 - Negativrekord. Beim Nachbarn THW Kiel in der Handball-Bundesliga ist die Arena mit 10 250 Zuschauern immer zum Bersten voll.

    Bornemann hält den Abstieg trotz des Rückstands noch nicht für besiegelt: «Solang es noch rechnerisch möglich ist, müssen wir uns als Mannschaft zusammenreißen. Sechs Heimspiele haben wir noch.» Was danach passiert, wollte der Sportliche Leiter nicht sagen: «Aber Gedanken macht man sich schon.»

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