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    Kandahar: Klagen, Kampf und kein Kostelic

    Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Ivica Kostelic flüchtete als bester Rennfahrer der Saison in den Heimaturlaub, seine Kollegen beklagten bei der Ski-WM die ruppigen Pistenverhältnisse auf der Kandahar-Schussfahrt. Mit ernsten Mienen kommentierten viele Athleten ihre Auftritte beim ersten Training.

    Dominator
    Super-G-Weltmeister Christof Innerhofer ist in der Form seines Lebens.

    Nach der Sicherheitsdiskussion der vergangenen Wochen sei die eisige Präparierung «lächerlich», meinte der Schweizer Altmeister Didier Cuche, der beim Trainingserfolg von Christof Innerhofer (Italien) Vierter wurde.

    «Es ist ein wilder Ritt, sehr hart. Es ist extrem unruhig», pflichtete sein Landsmann Beat Feuz zu. Auch der wahrlich erfahrene 35-jährige Österreicher Michael Walchhofer bemängelte die vielen Schläge: «Es schüttelt einen richtig durch. Der Kopf wackelt im Ziel weiter. Zum Glück sind meine Plomben alle noch drinnen.» Für das Training am Freitag soll der Kurs geglättet werden, zudem der Sprung in den Freien Fall um zwei, drei Zentimeter abgetragen werden, damit die Flugkurve der Skirennfahrer flacher wird.

    Die Abfahrten auf der Kandahar wollte sich der Gesamtweltcupführende Kostelic erst gar nicht antun. Bevor er sich nach seinem dritten Platz im Super-G zum Kurztrip an die Adria in die Heimat verabschiedete, hatte er aber die Organisatoren kritisiert. «Sie sollten nicht vergessen, dass die Muskeln nicht gut auf diese Schläge reagieren können», sagte der 31-Jährige, der auf Abfahrt sowie Super-Kombination verzichtet und zum Riesenslalom zurück sein will. Vonseiten des Ski-Weltverbandes wies man darauf hin, dass bei den Witterungsbedingungen keine andere Präparierung sinnvoll gewesen wäre. «Wir haben elf Grad und die Piste ist immer noch rennfertig», sagte Renndirektor Günter Hujara.

    Der Schweizer Carlo Janka, Vorjahressieger der großen Kristallkugel, verabschiedete sich indes aus gesundheitlichen Gründen von Abfahrt und Super-Kombination. Beim Riesenslalom in der kommenden Woche will er wieder dabei sein.

    Neben zahlreichen Topfahrern wie Bode Miller aus den USA oder dem Österreicher Benjamin Raich hatte Janka bereits vor der WM auf einige Starts verzichtet, um nach dem strammen Programm fit für Garmisch-Partenkirchen zu sein. Ein Allrounder wie Kostelic bestritt seit Saisonbeginn in nicht einmal drei Monaten 26 Weltcup-Rennen vor dem eigentlichen Höhepunkt und startete drei Tage vor dem Super-G noch in Hinterstoder. «Ich denke, das ist nicht gut für die Qualität des Skifahrens. Mehr Zeit wäre sinnvoll», sagte der Kroate. Hujara wies darauf hin, dass die Sportler darauf auch mit ihrer eigenen Jahresplanung Einfluss hätten.

    Mit den Bedingungen auf der Kandahar war eigentlich nur Innerhofer glücklich. Einen Tag nach seiner Goldfahrt im Super-G stand der Italiener als einziger mit breitem Grinsen am Zaun und hörte sich als Trainingsschnellster die Lobeshymnen seiner Kollegen an. «Wir müssen uns auf Silber und Bronze konzentrieren. Gold holt der Innerhofer», schmeichelte Cuche.

    Wie seine etablierten Kollegen stand auch der 21 Jahre alte Andreas Sander aus Ennepetal beeindruckt im Ziel. «Das war eine Nummer zu hart für mich», sagte der 30. und klagte zudem über mangelnde Sicht bei schattiger Piste. «Dieses Jahr ist es eine Nummer eisiger. Wahnsinn, viel schwerer geht es nicht.»

    Aber bei den Wetterverhältnissen hätten die Veranstalter nichts anders machen können, meinte der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier. «Man kann nicht immer die Leute an die Wand stellen, weil es letzte Woche sehr niedrige Temperaturen und jetzt sehr hohe gibt. Das ist keine Absicht», sagte er. «Ich fand es ganz schön daneben, dass hier in Garmisch immer wieder so eine blöde Diskussion angefangen wird.»

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