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    In Offshore-Windparks sind Teamplayer gefragt

    Bremerhaven (dpa/tmn) - Nie zuvor sind so weit vor der Küste im Meer Windparks gebaut worden. Die Arbeiter, die die Windkraftanlagen für die Stromgewinnung auf dem Ozean aufstellen, leisten Pionierarbeit. Die Jobs sind gut bezahlt - aber auch gefährlich.

    Plattform nördlich von Borkum
    Werden im Meer Windkraftanlagen errichtet, leben die Elektriker und Mechaniker auf Plattformen wie dieser nördlich von der Insel Borkum.
    Foto: BARD-Gruppe - DPA

    14 Tage arbeiten, 14 Tage frei: Das ist der Rhythmus, in dem Christian Eiche lebt. Jeden Monat verbringt der 30-Jährige zwei Wochen auf einer Plattform mitten im Meer. Ist er dort, arbeitet er zwölf Stunden am Stück. Danach hat er zwei Wochen frei und ist zu Hause in Emden bei seiner Frau und seiner Tochter.

    Offshore-Windpark
    Die Bundesregierung setzt bei der Energiewende auch auf Offshore-Windparks. Die Zahl der Jobs in der Branche soll in den nächsten Jahren rasant ansteigen.
    Foto: BARD-Gruppe

    Christian Eiche ist Offshore Coordination Manager. Ist er draußen auf See, ist er der Chef der Plattform, von der aus Deutschlands größter Windpark in der Nordsee gebaut wird: der «Bard Offshore Windpark 1», 90 Kilometer nordwestlich von Borkum. Wenn der Windpark Ende 2012 fertig ist, sollen in der Nordsee 80 Windräder stehen, die bei entsprechendem Wind pro Jahr 400 000 Haushalte mit Strom versorgen.

    Offshore Coordination Manager Christian Eiche
    Offshore Coordination Manager Christian Eiche reizt an seiner Arbeit vor allem die Pionierarbeit. Nie zuvor sind in Deutschland so weit vor der Küste Windkraftanlagen gebaut worden.
    Foto: BARD-Gruppe - DPA

    Nach den Planungen der Bundesregierung sollen bis zum Jahr 2021 die Windkraftanlagen vor der deutschen Küste auf eine Gesamtleistung von rund 10 Gigawatt Strom kommen. Das entspricht dem Strombedarf von 10 Millionen Privathaushalten pro Jahr. Sie sollen ein wesentliches Element der Energiewende werden. Zum Vergleich: Derzeit sind es 200 Megawatt.

    Um das Ziel zu erreichen, wird vor der Küste nun kräftig an neuen Windparks gebaut. «Es ist fast eine ganze Armada von Arbeitern unterwegs da draußen», sagt Andreas Wagner von der Stiftung Offshore Windenergie. Und gutes Personal ist knapp. «Der Markt wächst schneller als gut ausgebildete Fachkräfte nachkommen», sagt Michael Finnern, Geschäftsführer der Bard Logistik GmbH, die den Windpark baut. Gesucht würden vor allem Offshore-Mechaniker und Offshore-Elektriker.

    Nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhousecoopers (PwC) vom Januar 2012 haben in der gesamten Offshore-Windenergiebranche im Jahr 2010 rund 14 300 Menschen gearbeitet. PwC schätzt, dass die Zahl der Arbeitsplätze bis 2016 auf 24 400 Arbeitsplätze steigen wird und dann bis 2021 noch einmal auf 33 100 Stellen.

    Offshore Cooordination Manager Christian Eiche macht seine Arbeit gern. Es ist vor allem die Pionierarbeit, die ihn reizt. Nie zuvor sind soweit von der Küste entfernt Windkraftanlagen gebaut worden. Er spricht von einem tollen Zusammenhalt unter den Kollegen auf der Plattform und von dem Stolz, wenn eine Anlage steht und sie wieder einmal Kälte, Regen, Schnee und Sonne getrotzt haben.

    Auch die Verdienstmöglichkeiten sind gut. «Als Handwerker kann man da draußen so viel verdienen, wie im mittleren Management», sagt Finnern. Zum Teil stünden auf dem Gehaltsscheck auch 50 Prozent mehr als an Land.

    Zur PwC-Studie (pdf-Dokument)

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