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    AltenbergIm Dreierpack nach Sotschi: Bob-Friedrichs kommen

    Er liebt das Kratzen der Kufen, den Rausch der Geschwindigkeit und auch das Risiko. Selbst ein folgenschwerer Sturz seines Bruders David am 10. Dezember 2005 konnte Francesco Friedrich nicht von seinem Ziel, Bobpilot zu werden, abbringen.

    Familienbande
    Francesco, Lucienne und David Friedrich (r-l) sitzen in einem Bob.

    «Sicher war das eine schwierige Zeit für uns, aber abgeschreckt hat mich das nicht. Wer Angst hat, ist schon verloren», erinnerte sich der 20-jährige Pirnaer in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa an die schlimme Zeit, als sein fünf Jahre älterer Bruder nach einem Crash in Altenberg drei Wochen im künstlichen Koma lag und sich schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte.

    Auch ein eigener Sturz gut ein Jahr später auf der anspruchsvollen Eispiste im Kohlgrund konnte ihn nicht bremsen. «Es war meine siebte Bobfahrt als Pilot. In Kurve 13 hatte sich mein Helm verdreht und ich sah nichts mehr», meinte Francesco, der mit dem Schrecken davonkam. Doch sein ebenfalls im Schlitten sitzender Bruder hatte erneut Pech und brach sich einen Rückenwirbel. Wieder eine Not-Operation und eine langwierige Rehabilitation. «Danach war für ihn erstmal Schluss mit dem Bobfahren, er brauchte Abstand. Ich aber bin weiter gefahren», betonte Francesco, der für den neuen Bob-Cheftrainer Christoph Langen als Rohdiamant gilt und nun erste Akzente bei den Männern setzte. Am Wochenende in Altenberg muss er sich erneut beweisen.

    Bei der ersten internen Selektion in Altenberg legte der für Oberbärenburg startende Lokalmatador mit Roman Stoutjesdijk in beiden Läufen die beste Startzeit hin und wurde vor Junioren-Weltmeister Maximilian Arndt aus Oberhof Dritter. «Er hatte bereits beim Anschubtest sein großes Potenzial angedeutet», sagte Langen. Ab und zu muss er aber noch Lehrgeld zahlen. So lief der Youngster beim Start zum ersten Viererrennen ein paar Schritte zu weit. Seine Anschieber kamen aus dem Rhythmus und nicht geordnet in den Bob. Der vierte Mann, ausgerechnet sein Bruder David, schaffte es gar nicht mehr und so wurde es eine Fuhre zu dritt, was die Disqualifikation bedeutete. «Da muss ich durch, besser jetzt, als wenn es beim Europacup passiert», sagte der Pilot.

    Dass sein Bruder David wieder mit im Schlitten sitzt, ist auch sein Verdienst. «Ich habe ihn natürlich immer wieder angestachelt», sagte Francesco grinsend. Nach der zweiten schweren Sturzverletzung hatte David eine Lehre zum Automobilkaufmann absolviert. Bruder Francesco sammelte indes Fahrpraxis in den Eiskanälen dieser Welt. Anfang 2009 leckte auch David nach zweijähriger Pause wieder Blut, begann für ein Comeback als Anschieber zu ackern. «David hat sich enorm entwickelt und persönliche Bestleistung geschoben. Francesco hat einen Riesensprung gemacht, vor allem athletisch», lobte Erfolgscoach Gerd Leopold, der immerhin Thomas Florschütz in Vancouver zu Olympia-Silber und Harald Czudaj 1994 in Lillehammer zu Olympia-Gold geführt hatte.

    Cheftrainer Langen hatte im Frühjahr den erfahrenen Trainer aus Riesa gebeten, sich des Talents anzunehmen. Seit April arbeitet Leopold mit dem Oberbärenburger Nachwuchsteam zusammen. Ab 1. Oktober wurden auch beruflich neue Weichen gestellt: Francesco startete als Sportsoldat bei der Bundeswehr, David studiert in Riesa Sportmanagement. Beide haben ehrgeizige, aber realistische Ziele. «Im Februar will ich zur Junioren-WM nach Park City und dort möglichst aufs Podest. Und dann ist natürlich Sotschi 2014 mein großer Traum», sagte der 1,83 Meter große Francesco, der Olympia am liebsten mit seinem Bruder erleben will. Und nun haben sie auch noch ihre kleine Schwester Lucienne mit dem Bob-Virus infiziert. Die 17-Jährige, die seit 2006 in Leipzig als Diskus- und Hammerwerferin aktiv war, wechselte 2009 ebenfalls in den Bobsport und eifert ihren Brüdern nach.

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