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    BerlinHautärzte wollen mit Videosprechstunden starten

    Noch ist es Zukunftsmusik in Deutschland: Ärzte, die Wunden per Videoschalte kontrollieren oder anhand eines Fotos dank Smartphone-App. Doch Hautärzte haben das Potenzial moderner Kommunikationstechnik bereits erkannt.

    Medizin-Apps
    Mit einer Smartphone-App lassen sich Fotos zur Diagnose zum Facharzt schicken. Hautärzte wollen solche Möglichkeit in naher Zukunft nutzen.
    Foto: Daniel Naupold - dpa

    Wegen eines erwarteten Mangels an Fachärzten wollen viele Hautärzte sich nicht vor neuen technischen Möglichkeiten verschließen. Das sagte der Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD), Klaus Strömer.

    Geeignet sei die Technik für Patienten, die bereits in Behandlung seien, und für einen Teil der Erkrankungen: Sinnvoll wären Videosprechstunden nach Angaben Strömers für Kontrollen nach OPs oder um Patienten mit Arznei-Nebenwirkungen zu beruhigen. Auch aus dem Urlaub könnten sich Patienten bei Problemen an ihren Arzt wenden.

    Bevor Betroffene bundesweit Rat online einholen könnten, müssten rechtliche Bedingungen geklärt werden. «Es wird einige Zeit dauern, aber wir müssen uns auf den Weg machen», sagte Strömer. Auch Krankenkassen sperrten sich noch, zudem seien nicht alle Mediziner der Technologie gegenüber offen. Ganz anders viele Patienten:  Medizinische Angebote im Netz - mit Sitz in England - würden zunehmend angenommen.

    Hierzulande sollen im Spätsommer fünf Praxen in einem Pilotprojekt ausprobieren, was Videosprechstunden leisten können - etwa in Berlin, Kiel und auf Rügen. Auf der Insel gibt es nach Angaben Strömers nur noch einen Dermatologen. Ein zunehmender Mangel an Fachärzten werde in den kommenden fünf bis zehn Jahren auch in anderen ländlichen Regionen erwartet.

    Bei Hautkrebs ist Telemedizin jedoch wohl keine Lösung. Dabei erwarten Experten in Zukunft weltweit eine starke Zunahme der Erkrankungszahlen. Das liegt nicht nur an einer verbesserten Diagnostik, wie Michael Reusch vom Präsidium der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) sagte. Vielmehr würden Menschen immer älter, zudem zeichne sich in der Bevölkerung kein wachsendes Bewusstsein für die Gefahren von UV-Strahlung ab.

    Besonders stark greift heller Hautkrebs um sich: Die Zahl der Fälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl stieg den Angaben nach zwischen 2003 und 2009 um 70 Prozent. «In Australien ist der weiße Hautkrebs bereits zur teuersten Krebsart des Menschen geworden», betonte Reusch. Das stimme nachdenklich.

    Doch Statistiken allein spiegeln nicht die tatsächliche Versorgungslage wider, betont der Dermatologe. Hautkrebs sei häufiger als es Krebsregister vermuten ließen. So würden zum Beispiel bei weitem nicht alle Ärzte melden.

    Kontrolle von Muttermalen ist für junge Menschen kostenlos

    Möchten Patienten vom Hautarzt ein auffälliges Muttermal überprüfen lassen, handelt es sich dabei nicht um ein Hautkrebsscreening. Die Kosten für ein solches Screening werden von den gesetzlichen Krankenkassen meist erst ab einem Alter von 35 Jahren übernommen. Wer jünger ist und sich um einen speziellen Leberfleck sorgt, muss also für die Untersuchung nicht zahlen, sagt Ralph von Kiedrowski vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. «Hier handelt es sich nicht um Vorsorge, sondern um einen Verdachtsfall.»

    Von Kiedrowski betont allerdings, dass die Überprüfung der gesamten Haut immer sicherer ist als nur die eines einzelnen Flecks. Schließlich ist die Andersartigkeit eines Herdes im Vergleich zu den übrigen Pigmenten ein wichtiges Kriterium für Diagnose und Eigenkontrolle, sagt er.

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