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    San FranciscoGroßes Schweigen: Baseball-Star Bonds vor Gericht

    Der Ex-Trainer schweigt, die Staatsanwaltschaft poltert, der Angeklagte wirkt wie immer gelassen. Das Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen Baseball-Star Barry Bonds in San Francisco wird zur erwartet zähen Angelegenheit.

    «Homerun-König»
    Früher Homerun-König, heute vor Gericht: Barry Bonds ist wegen angeblicher Dopingvergehen und Meineid angeklagt.
    Foto: DPA

    Seit dem 21. März muss sich der mittlerweile 46-jährige Homerun-König der Major League Baseball (MLB) vor der Justiz verantworten. Dabei geht es längst nicht mehr um Doping, sondern wie einst auch bei der gefallenen Sprintkönigin Marion Jones um Meineid.

    Bonds ist der bekannteste Name aus der sogenannten Steroid-Ära der MLB. Zahlreiche Stars aus jener Zeit, darunter Mark McGwire, Sammy Sosa, Roger Clemens oder der noch aktive Alex Rodriguez, haben Doping-Missbrauch zugegeben oder wurden überführt. Bonds hingegen hat stets bestritten, «wissentlich» gedopt zu haben. Er ist angeklagt, 2003 im Zusammenhang mit Ermittlungen im Balco-Dopingskandal die Untersuchungsbehörden belogen zu haben und muss sich zudem wegen Behinderung der Justiz verantworten.

    Seit fast acht Jahren betont der ehemalige Outfielder der Pittsburgh Pirates und der San Francisco Giants, dass er die ihm von seinem Privattrainer Greg Anderson verabreichten Designer-Steroide «cream» und «clear» für Leinsamenöl gehalten habe. Staatsanwalt Matt Parrella bezeichnete diese Aussage als «lächerlich und unglaublich.»

    Die Verhandlungen werden dadurch erschwert, dass Anderson beharrlich schweigt. Obwohl der 45-Jährige mehr als 14 Monate wegen Doping-Handels und Aussageverweigerung im Gefängnis saß, kam auch diesmal kein Wort über seine Lippen. Stattdessen kündigte einer seiner Anwälte an, dass Anderson niemals mit der Justiz kooperieren werde. Amtsrichterin Susan Illston ordnete daraufhin die erneute Inhaftierung an. Anderson bleibt bis zu einer Aussage oder aber dem Ende des Prozesses - erwartet werden zwischen zwei und vier Wochen - in Gewahrsam. Ihm drohen wegen krimineller Missachtung des Gerichts und Behinderung der Justiz bis zu zehn Jahre Gefängnis.

    Bonds selbst hat sich in den vier Verhandlungstagen noch nicht geäußert. Sowohl Anderson als auch Steve Hoskins, einen Hauptzeugen der Anklage, würdigte er keines Blickes. Hoskins ist ein Jugendfreund und war bis zur Trennung 2003 auch als Manager für Bonds' Geschäfte zuständig. Er gab an, gesehen zu haben, wie Bonds mit Anderson ab 2000 im Trainingslager ein- bis zweimal das Schlafzimmer betreten und Anderson dabei eine Spritze mit sich geführt habe. In der Saison 2001 hatte Bonds die Bestmarke von 73 Homeruns aufgestellt.

    Bereits vor acht Jahren hatte Hoskins gegen Bonds ausgesagt, zudem Gespräche mit Anderson mitgeschnitten, in denen der Trainer die diversen Dopingmittel beschreibt, die er angeblich an den Outfielder weitergeleitet haben soll. Hoskins betonte, dass Bonds' Einnahme illegaler Mittel «außer Kontrolle» geraten sei und er die Aufnahmen nur aus Sorge um Bonds' Gesundheit gemacht habe.

    Auch Bonds' ehemalige Freundin Kimberly Bell will in den Zeugenstand treten. Sie will laut Staatsanwaltschaft aussagen, dass sie physische und mentale Veränderungen bei ihrem früheren Geliebten festgestellt habe. Dies seien, so die Anklage, Nebenwirkungen des Dopingmissbrauchs.

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