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    RostockForscher: Männer hängen am alten Rollenbild

    Die Bereitschaft deutscher Männer zur Mitarbeit bei der Kindererziehung erschöpft sich häufig in reinen Lippenbekenntnissen. Das geht aus einer Studie der Universität Rostock hervor, die am Dienstag (13. April) vorgestellt wurde.

    Erziehung
    Kindererziehung ist immer noch Frauensache: Laut einer Studie bleibt die Betreuung des Nachwuchses eine weibliche Domäne. (Bild: dpa)

    Demnach teilen zwar immer mehr junge Paare klassische Hausarbeiten wie Kochen oder Putzen untereinander auf. Zugleich bleibe die Betreuung des Nachwuchses aber eine weibliche Domäne, schrieben die Bevölkerungsexperten Christian Schmitt, Heike Trappe und Annelene Wengler vom Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels. «Ein Wandel hin zu einer eher ausgeglichenen Arbeitsteilung in Partnerschaften findet nur langsam statt», hieß es.

    Vor allem die Geburt des ersten Kindes zementiere oft bestehende Rollenbilder, erklärten die Wissenschaftler, die auch mit dem Max- Planck-Institut für Demografie in der Hansestadt zusammenarbeiten. Auffällig sei, dass Paare mit Kindern ihre Aufgabenteilung meist «wesentlich traditioneller» gestalteten als kinderlose. Zudem kehrten viele Ehepaare auch bei der Hausarbeit nach Erhalt des Trauscheins wieder zu einer herkömmlichen Arbeitsteilung zurück - anders als die Mehrzahl der Partner in nichtehelichen Lebensgemeinschaften.

    Im innerdeutschen Vergleich fielen auch 20 Jahre nach der Wende «Differenzen in den weiblichen Erwerbsmustern» ins Gewicht. Weil in Ostdeutschland schon zu DDR-Zeiten die Rolle der Frau im Arbeitsleben stärker gewürdigt worden sei, müssten daheim auch ihre Männer häufiger mit anpacken. «Wer mehr in klassische Erwerbsarbeit investiert, leistet weniger im Haushalt. Paare, die vom Modell des männlichen Ernährers abweichen, sind durch eine egalitärere Aufgabenteilung charakterisiert», erklärten die Demografen.

    Auch international zeigten sich Abweichungen von der deutschen Familien- und Geschlechter-Norm. So verstünden die skandinavischen Länder die Gleichstellung «als Grundprinzip ihrer sozialstaatlichen Ausrichtung», während in den USA oder Kanada Frauen stärker ins Erwerbsleben einbezogen seien. Beides führe dazu, dass die Aufgabenteilung zwischen den Geschlechtern besser ausbalanciert sei.

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