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    Fonds für die Rente: Einmal-Anlage oder Sparplan?

    Berlin/Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Nach den Kursstürzen an den Börsen in der Finanzkrise scheuen viele die Anlage in Aktienfonds. Dabei sind Fonds immer noch gut als eine Möglichkeit der Altersvorsorge geeignet. Sparer können mit einem Mal einen Batzen Geld einzahlen oder Monat für Monat einen kleineren Betrag.

    Fonds für die Altersvorsorge
    Schritt für Schritt investieren oder alles auf einmal? Beide Sparvarianten haben bei Fonds haben Vorteile. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

    «Wenn es zum Zeitplan und zum Anlagehorizont passt, ist ein Fonds-Sparplan zur Altersvorsorge geeignet», urteilt Peter Lischke, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Berlin. Gerade auf diesen Anlagehorizont allerdings kommt es an. Er sollte beim Aktienfonds-Investment nach Expertenmeinung mindestens 10 und besser noch 20 Jahre betragen.

    Denn in einem Zeitraum von 20 Jahren war die Wertentwicklung in der Vergangenheit an der Börse fast immer positiv, wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart sagt: «Es gab nur drei Ausnahmen. Das waren die beiden Weltkriege und die Energiekrise.»

    Aktuelle Zahlen des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) in Frankfurt zeigen, dass auch die Börsentalfahrt nach der Jahrtausendwende und während der Finanzkrise am langfristigen Trend nicht viel geändert hat: Wer zum Beispiel vor 30 Jahren mit einer monatlichen Einzahlung von 100 Euro in einen Mischfonds mit Anlageschwerpunkt Euroraum begonnen hat, hatte Ende vergangenen Jahres 115 604 Euro im Depot. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 6,9 Prozent.

    «Ein Schulabgänger hat heute etwa 40 Jahre Zeit bis zum Renteneintritt. Über diesen langen Zeitraum tritt beim Aktien-Investment das Risiko in den Hintergrund», fügt BVI-Sprecher Frank Bock hinzu. Ob das Geld in monatlichen Raten - also in einem Sparplan - oder auf einmal eingezahlt wird, hängt von der persönlichen Situation ab. Wer schon einen größeren Betrag auf der hohen Kante hat, kann ihn auf einmal anlegen.

    Ansonsten ist der Sparplan die richtige Wahl, wie Nauhauser erklärt. Zwar seien die Gebühren unter dem Strich ein wenig niedriger, wenn Anleger zunächst einen größeren Betrag ansparen und dann alles auf einmal in einen Fonds stecken. «Aber dieser Vorteil wird durch die Risikoprämie komplett ausgeglichen. Wer nämlich das Geld in den Fonds-Sparplan steckt, profitiert schon früher von den höheren Wertzuwächsen an den Börsen.»

    Egal ob Sparplan oder Einmal-Anlage: Für die Auswahl des Fonds gelten nach Ansicht der Experten die gleichen Grundsätze. So empfiehlt Nauhauser, möglichst Indexfonds zu wählen, die einen bestimmten Aktienindex eins zu eins abbilden und unter dem Namen Exchange Traded Funds (ETF) an der Börse gehandelt werden: «Dabei sind die Kosten deutlich niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds.»

    Zugleich ist es sinnvoll, beim Fonds-Investment nicht alles auf eine Karte zu setzen. «Man sollte einen Fonds nehmen, der breit streut. Das Risiko ist dann nicht so groß wie bei einem Spezialfonds», sagt Lischke. Nauhauser rät dazu, beispielsweise Fonds zu wählen, die die Aktienindizes MSCI World und MSCI Emerging Markets abbilden. Zusätzlich könnten Anleger noch in einen europäischen Index wie den Dow Jones Euro Stoxx 50 investieren. «Man kann auch einen Mischfonds nehmen. Aber das ist langfristig teurer», erklärt Nauhauser. Insofern sei es günstiger, sich den Fonds-Mix selbst zusammenzustellen.

    Entscheidend für die Summe, die unter dem Strich herauskommt, ist auch der Zeitpunkt, an dem die Anteile wieder verkauft werden. Auch das zeigen die Zahlen des BVI. «Es ist schon wichtig, auf den Ausstiegszeitpunkt zu achten», sagt Bock. So war der 31. Dezember 2009 ein vergleichsweise ungünstiges Datum, um einen Aktienfonds-Sparplan abzustoßen. Der Anleger in Bocks Beispiel, der 30 Jahre lang 100 Euro einzahlte, hätte ganze 50 000 Euro mehr gehabt, wenn er die Fonds-Anteile zwei Jahre vorher verkauft hätte.

    «Allerspätestens fünf Jahre, bevor man das Geld braucht, sollte man gucken, wo der Fonds steht», rät Lischke. Gegebenenfalls sollten Investoren ihr angelegtes Kapital dann umschichten. Infrage dafür kommen Anlagen mit einem geringeren Risiko wie offene Immobilienfonds, Rentenfonds oder auch das Tagesgeldkonto.

    Umschichten sei allerdings nicht immer notwendig: «Das gilt nur, wenn man das Geld braucht, zu Rentenbeginn etwa», sagt Nauhauser. Wer dagegen nicht unbedingt auf das zusätzliche Geld aus dem Aktienfonds angewiesen ist, kann seiner Einschätzung nach das Kapital auch zunächst liegen lassen und eine bessere Wertentwicklung in den folgenden Jahren abwarten.

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