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    BerlinFlucht in neues Leben: Sport hilft bei der Integration

    Krieg, Armut oder politische Verfolgung: Die Hoffnung auf ein besseres Leben bewegt heute wie früher viele Menschen zur Flucht. Auch bekannte Sportler haben ihre Heimat hinter sich gelassen.

    Sosthene Moguenara
    Sosthene Moguenara wurde im Tschad geboren, einem der ärmsten Länder der Welt.
    Foto: Daniel Karmann - dpa

    So unterschiedlich ihre Biografien sind, eines haben sie gemeinsam: Der Sport hat bei ihrer Integration eine wichtige Rolle gespielt.

    VEDAD IBISEVIC: HABE LEID UND ELEND SELBST ERLEBT

    Profi-Fußballer Vedad Ibisevic schaut auf ein bewegtes Leben zurück. Als Siebenjähriger floh der Bosnier vor den Schrecken des Balkan-Krieges. «Ich kenne Leid und Elend nicht aus dem Fernsehen, ich habe es selbst erlebt», sagte der Stürmer von Hertha BSC. Aus Bosnien ging es in die Schweiz. 2001 kam der Wechsel in die USA, wo er ein Stipendium erhielt. Zu dieser Zeit wurde Ibisevic bosnischer Jugendnationalspieler. Bei einem Turnier weckte er das Interesse europäischer Mannschaften. Über Frankreich landete Ibisevic schließlich 2006 in Deutschland, wo er zu einem Top-Torjäger der Bundesliga reifte. «Der Sport hat mir bei der Integration natürlich sehr geholfen», sagte er.

    SOSTHENE MOGUENARA: AUS BESUCH WIRD DAUERAUFENTHALT

    Die Weitspringerin Sosthene Moguenara weiß ebenfalls, was es heißt, in frühen Jahren die Heimat hinter sich zu lassen. Am 17. Oktober 1989 wurde sie in Sarh geboren, im Tschad, einem der ärmsten Länder der Welt. Als Neunjährige wollte sie zwei Monate bei ihrer Tante in Essen verbringen - daraus wurden Jahre, weil in ihrer Heimat der Krieg ausbrach. Die Tante adoptierte sie, ihre leibliche Mutter sah sie 2001 zum letzten Mal. In Deutschland wurde sie dann eingeschult, die Bundesjugendspiele waren praktisch der «Schnupperkurs» für die jetzige Leichtathletin. Beim TV Wattenscheid reifte Moguenara zur Top-Athletin. Bei der Hallen-EM 2015 gewann sie Silber.

    SYRISCHE SCHWIMMERINNEN FINDEN BEI SPANDAU 04 NEUES ZUHAUSE

    Der Sport als Integrationshilfe - diese Erfahrung machten auch die beiden syrischen Schwimmerinnen Ysra und Sarah Mardini. Aus Angst um ihr Leben und ihre Zukunft flüchteten die Schwestern aus Damaskus und landeten bei den Wasserfreunden Spandau 04 in Berlin. Vereinsvertreter helfen ihnen bei den nötigen Behördengängen. Der Kontakt zu den Menschen aus dem Club tut den Beiden gut. «Ich habe jetzt Freunde hier und bin oft bei einer Familie aus dem Verein», sagte Ysra, deren Ziel es ist, bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro in diesem Jahr zu starten. Für Syrien kann sie nicht starten, doch der IOC hat entschieden, dass ein Team aus Flüchtlingen in Brasilien antreten soll. Vielleicht gehört sie dazu.

    GUMMERSBACH-LEGENDE SCHMIDT: WICHTIGE KONTAKTE DURCH DEN SPORT

    Hans-Günther «Hansi» Schmidt hatte nur seine gepackte Sporttasche dabei, als er sich am 30. November 1963 in Köln von der rumänischen Jugend-Nationalmannschaft absetzte und in Deutschland blieb. Der damals 21-Jährige ließ alles hinter sich. «Ich ging damals davon aus, dass ich meine Familie nicht mehr zu sehen bekomme», sagte der 73-Jährige am Rande einer Veranstaltung im ehemaligen Berliner Notaufnahmelager Marienfelde.

    Die damaligen politischen Verhältnisse ließen bei dem in Rumänien aufgewachsenen Donauschwaben den Gedanken schon früh reifen, in den Westen zu fliehen. Er fand beim langjährigen Manager und «Vater des Gummersbacher Handballs», Eugen Haas, ein Zuhause. Damals legte er den Grundstein zu seinem Aufstieg als einer der besten Handballer der 1960er und 1970er Jahre. Mit Gummersbach gewann der Rückraumspieler zwölf deutsche Meisterschaften und viermal den Europapokal der Landesmeister. Der Sport erleichterte ihm den Einstieg in sein neues Leben - und auch den weiteren Verlauf. «Durch ihn habe ich enorme Kontakte geknüpft», erzählt Schmidt.

    Veranstaltungshinweis Erinnerungsstätte Marienfelde

    Moguenara auf Verbands-Homepage

    Mitteilung Wasserfreunde Spandau

    Ibisevic auf Facebook

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