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  • Expertin: Kein Werte-Umbruch nach Mauerfall

    Jena (dpa). Der Systemwechsel 1989/90 hat nach Expertenmeinung zu keinem Werte-Umbruch bei den Ostdeutschen geführt. Die DDR-Prägung lenke die Sicht auf das neue System, sagte die Volkskundlerin Anita Bagus im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

    «Man hat 1990 nicht bei Stunde Null angefangen.» Vielmehr würden Wertvorstellungen aus DDR-Zeiten bis heute von Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Als Beispiel nannte sie den im Osten hohen Zuspruch zur Jugendweihe, der Ausdruck der atheistischen Weltanschauung der Eltern sei.

    Mit dem Mauerfall sei den Ostdeutschen der Westen als Projektionsfläche kaputtgegangen. «Vor der Wende war das einerseits der Goldene Westen, auf den man Wünsche projizieren konnte, die aber mit der westlichen Realität oft gar nichts zu tun hatten», erklärte die Expertin. «Durch den Einzug der westlichen Verhältnisse und der Deindustrialisierung ist dann eine Enttäuschungs-Wut entstanden.» Genauso sei es denjenigen ergangen, die sich mit dem DDR-System identifiziert hatten. Für sie sei der Westen eine negative Projektionsfläche gewesen. Die immer wieder beobachtete Ostalgie sei vor allem als Versuch der Selbstaufwertung der Ostdeutschen zu verstehen.

    Ob die «Enttäuschungs-Wut» etwa in kirchlichen Kreisen geringer ist, will Bagus mit weiteren Untersuchungen im katholisch geprägten Eichsfeld auf den Grund gehen. Zu DDR-Zeiten waren die Katholiken dort der Zerreißprobe zwischen sozialistischer und katholischer Weltanschauung ausgesetzt. Im Gegensatz zum Sozialismus hat sich der Katholizismus im neuen Gesellschaftssystem erhalten. Dennoch seien da Veränderungen spürbar, etwa bei den traditionellen Wallfahrten, die immer stärker zum Event würden, wie die Volkskundlerin erklärte.

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