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    Expedition in die Stille - Wandern am Polarkreis

    Mo i Rana/Hemavan (dpa/tmn) - Der Winter ist nördlich des Polarkreises eisig und kalt - doch dafür geht im Sommer die Sonne tagelang nicht unter. Besucher können die Zeit nutzen, um die faszinierende Natur zu erkunden. Am besten wandernd.

    Wandern am Polarkreis
    An der zerklüfteten Hegelandküste gibt es zahlreiche reizvolle Buchten zu entdecken. (Bild: Terje Rakke/Nordic life/Innovation Norway/dpa/tmn)

    Faul wie die alten Wikinger lagern die Wanderer auf Rentierfellen am knisternden Lagerfeuer, schlürfen starken Kaffee und schauen ins weite, stille Land. Wasserkessel und Kaffeepulver hat Tare Steiro für solche Pausen in der arktischen Wildnis stets dabei. Der Führer ist auch sonst bestens präpariert. Wer mit Tare am Polarkreis unterwegs ist, erfährt alles über arktische Geologie, Fauna und Flora: Von Gletschern und Wasserfällen über Grotten bis hin zu Pilzen und Beeren, die im Unterholz wachsen.

    Wandern am Polarkreis
    Mit Ästen und Tannenzapfen ist schnell ein Feuer entfacht. Wasserkessel und Kaffeepulver gehören ins Wandergepäck. (Bild: Rakke/Nordic life/Innovation Norway/dpa/tmn)

    Der Polarkreis selbst ist unsichtbar, eine rein geografische und klimatische Grenze zwischen gemäßigter und arktischer Zone. Doch für seine Bewohner ist er das Maß aller Dinge. Die Linie auf 66 Grad und 34 Minuten nördlicher Breite bestimmt den Lebensrhythmus der Menschen, ist Wendepunkt für Licht und Dunkelheit. Die Sonne geht hier im Winter tagelang nicht auf und im Sommer tagelang nicht unter.

    Wandern am Polarkreis
    Schütterer Birkenwald und dichtes Blaubeergestrüpp: Wanderer am Polarkreis bahnen sich ihren Weg durch karge Landschaft. (Bild: Avani/Innovation Norway/dpa/tmn)

    Für Tare und seine Familie bedeutet das, den Sommer in vollen Zügen zu genießen, so oft wie möglich hinaus in die Natur zu gehen. Und davon gibt es entlang des Polarkreises auf norwegischer wie auf schwedischer Seite mehr als genug. Eine Natur der Extreme von Norwegens zerklüfteter Hegelandküste mit Inseln und Fjorden bis zu Schwedens sanfteren Bergen, Fjells und Seen.

    Wandern am Polarkreis
    Schöne Aussichten am Polarkreis - die zum teil hügelige Landschaft im Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark macht es möglich. (Bild: Rakke/Nordic life/Innovation Norway/dpa/tmn)

    Die Natur beginnt unmittelbar vor Mo i Rana, der größten Stadt Helgelands im Norden Norwegens. Überall rauschen und plätschern Flüsse, Wasserfälle, Bäche, Seen - allesamt gute Bade- und Angelreviere, sagt Tare.

    Ob am reißenden Gezeitenstrom Saltstraumen südlich von Bodø oder am Svartisen, Norwegens zweitgrößtem Gletscher: Es ist unmöglich, sich hier zu verlaufen, betont Tare Steiro immer wieder. Ausnahmslos alle Wege seien rot markiert. Um seine Aussage zu bekräftigen, lädt Tare zu einer Wanderung im Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark ein, das gut 30 Kilometer nördlich von Mo i Rana liegt. Hier wachsen schütterer Birkenwald und dichtes Blaubeergestrüpp an glasklaren Bächen und sprühenden Wasserfällen.

    Urige Hütten bieten unterwegs Zuflucht. Mit ihren Graspolsterdächern, Feuerstellen, Stockbetten und Plumpsklos ist die Ausstattung eher rustikal. Früher wohnten hier Bauern mit ihrem Vieh. Heute können Wanderer in den mehr als hundert Jahre alten Hütten übernachten, die der norwegische Wanderverein verwaltet. Tare kocht in der Bredek-Hütte herzhaftes Rentiergulasch für seine Wandergäste.

    Hinüber nach Schweden geht es ohne Zoll- oder Passkontrolle. Die Landesgrenze ist nicht zu erkennen. Irgendwann tauchen wenige rot gestrichene Bauernhäuser zwischen Bergen auf, die nicht mehr ganz so schroff sind wie in Norwegen. Hemavan, der erste Ort hinter der Grenze, präsentiert sich dann allerdings gleich als ausgewachsenes Ferienzentrum mit 2000 Gästebetten bei nur 300 Einwohnern.

    Überall im Ort weisen blau-weiße Hinweisschilder den Weg zu Wanderrouten, Aussichtspunkten und Seen. Das «Naturum», ein Informationszentrum über die arktische Pflanzen- und Tierwelt, ist mit seiner einer golden glitzernden Kuppel weithin sichtbar. Zu dem Zentrum gehören auch zwei Samenhütten und ein Gebirgsgarten. Hemavan ist auch Ausgangspunkt für den 500 Kilometer langen Kungsleden, den Königsweg. Der führt durch das Naturreservat Vindelfjällen, eines der größten Naturschutzgebiete Europas.

    Norwegischer Wanderverein: www.turistforeningen.no/deutsch

    Infos zum Wandern in Norwegen: www.huettenwandern.de

    Reise-Infos über Mo i Rana (engl.): www.arctic-circle.no

    Reise-Infos über Hemavan (schwed./engl.): www.hemavantarnaby.se

    Allgemeine Reise-Infos über Norwegen: www.visitnorway.de

    Allgemeine Reise-Infos über Schweden: www.visitsweden.com

    Polarkreis

    Anreise: Mo i Rana und Hemavan/Tärnaby haben Flughäfen mit Verbindungen nach Tromsø und Oslo sowie Stockholm. Hurtigruten-Schiffe legen im Hafen von Nesna an, der knapp 70 Kilometer von Mo i Rana entfernt liegt. Außerdem hat Mo i Rana einen Bahnhof, Busse verbinden die Stadt mit Tärnaby.

    Formalitäten: Für die Einreise nach Norwegen und Schweden genügt der Personalausweis.

    Währung: Zahlungsmittel sind die Norwegische Krone (NOK) beziehungsweise die Schwedische Krone (SEK). Für einen Euro gibt es gut acht NOK oder knapp zehn SEK (Stand Anfang April 2010).

    Informationen: Norwegischer Wanderverein Den Norske Turistforening, Telefon: 0251/32 46 08; Touristeninformation Mo i Rana, Telefon von Deutschland: 0047/75 13 92 00; Tourismusbüro Hemavan Tärnaby Turistbyrå, Telefon von Deutschland: 0046/95 41 04 50; Innovation Norway, Telefon für 14 Cent je Minute: 0180/50 01 548; VisitSweden; Telefon: 069/22 22 34 96

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