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    BerlinErdkrater: Nur Spezialversicherung zahlt

    Nur eine Spezialversicherung zahlt für den Schaden, wenn sich wie in Schmalkalden in Thüringen die Erde auftut und Autos oder Gebäudeteile verschluckt. Das gilt zumindest dann, wenn es sich um ein Naturereignis handelt.

    Erdkrater in Thüringen
    Für Schäden durch einen Erdrutsch wie in Schmalkalden springt nur eine Spezialversicherung ein. (Bild: ZB-Funkregio Ost)

    Haben dagegen zum Beispiel Bergbauarbeiten das Loch hervorgerufen, ist der dafür Verantwortliche haftbar zu machen. «Dreh- und Angelpunkt ist die Frage 'Wie kam es zu diesem Ereignis?'», erklärte der Haftungsexperte Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

    Ist das Loch im Erdreich menschengemacht - etwa durch den Bergbau von heute oder vor 100 Jahren -, könne der Verursacher haftbar gemacht werden. Das könne ein Unternehmen, eine Behörde oder das jeweilige Bundesland sein. «In Nordrhein-Westfalen gibt es heute noch juristische Nachfolger von Organisationen, die in der Region Bergbau betrieben haben», erläuterte Lübke. Geschädigte Privatleute können diese dann belangen und haftbar machen. Eine Versicherung käme erst dann wieder ins Spiel, wenn das Unternehmen für solche Risiken zum Beispiel eine Betriebshaftpflichtpolice hat. «Betroffene müssen in solchen Fällen einen langen Atem haben. Bis das endgültige Gutachten auf dem Tisch liegt, können Jahre vergehen», erläuterte Lübke.

    Im zweiten Fall, wenn ein Naturereignis den Schaden herbeigeführt hat, tritt der Versicherungsfall ein. Schäden durch Hagel oder Regen zahlt die Wohngebäudeversicherung. «Hochwasser, Überschwemmung oder Erdrutsch sind im Leistungskatalog aber nicht vom Grundsatz her enthalten», erklärte der Experte. Bei solchen Kosten helfe nur die Elementarschadenversicherung - sie haben nach GDV-Angaben 26 Prozent der Deutschen. Abgeschlossen wird sie als Zusatzbaustein zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung.

    «In Thüringen und Sachsen zum Beispiel liegt die Zahl höher, weil viele Versicherungsverträge aus DDR-Zeiten haben. In diesen Policen ist Erdrutsch als Schadensursache im Leistungskatalog der Wohngebäudeversicherung enthalten», sagte Lübke. In beiden Fällen würde die Versicherung für den kompletten Schaden aufkommen, sei es für eine Totalsanierung des Hauses oder eine Umsiedlung der Familie inklusive Hausneubau im Nachbarort.

    Dass Erde einstürzt und Teile eines Grundstücks unbrauchbar macht, kommt laut Lübke «durchaus häufiger» vor. Es seien allerdings meist landwirtschaftliche Nutzflächen betroffen. Von diesen Fällen erfahre die Öffentlichkeit meist nichts. Der Krater in Schmalkalden hatte sich in der Nacht zum Montag in einer Wohnsiedlung aufgetan. Ein Auto rutschte in die Tiefe. Neun Häuser mussten geräumt werden.

    Die Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig forderte am Dienstag, dass Elementarschäden verpflichtend durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt werden sollen. Vorbild sollten Altverträge aus DDR-Zeiten oder die Elementarschäden-Pflichtversicherung sein, die bis 1994 alle Eigentümer in Baden-Württemberg erhielten. Dieser Pflichtschutz sollte außerdem gesetzlich bezahlbar gehalten werden.

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