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    BerlinEin Smartphone fürs Kind - So bleiben die Kosten im Rahmen

    Smartphones gelten als hip und praktisch. Kein Wunder, dass schon viele Zwölfjährige eins haben wollen. Für sie sind klassische Handys von vorgestern. Eltern sollten aber nicht gleich Ja und Amen sagen. Denn Smartphones können brutal ins Geld gehen.

    Viele Kinder wünschen sich ein Smartphone
    Mit Freunden chatten, Videos schauen: Für Jugendliche erfüllt das Smartphone viele Funktionen. Damit die Kosten im Rahmen bleiben, ist eine Flatrate sinnvoll.
    Foto: Silvia Marks - DPA

    Handys mit Tastatur sind für viele Teenager sowas von vorgestern. Mindestens der Touchscreen muss sein, am besten aber ein Apple-Logo. Eltern, die dem Wunsch nach einem Smartphone zu schnell nachgeben, müssen sich auf einiges gefasst machen: im Zweifelsfall auf mehrere hundert Euro bei den Kosten für das hippe Mobiltelefon - und wenn es dumm läuft auf horrende Summen, wenn bei der mobilen Internetnutzung das ein oder andere schief geht.

    Der Stellenwert, den Smartphones bei Jugendlichen haben, sei erheblich höher geworden, sagt Bernd Klusmann, Bereichsleiter Kommunikationstechnologie beim IT-Branchenverband Bitkom. «Früher war es für 18-Jährige ganz wichtig, den Führerschein zu machen und ein Auto zu haben.» Heute sei es viel prestigeträchtiger, über Markenhandys den Kontakt zu Freunden zu halten. «Es gibt schon Fünftklässler, die ein iPhone haben», ergänzt Karin Thomas-Martin, Telekommunikationsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

    Mittlerweile haben gut drei Viertel der Kinder (78 Prozent) in Deutschland ein eigenes Handy, 17 Prozent davon ein Smartphone. Das zeigt die Kids-Verbraucher-Analyse (KidsVA), für die 1650 Kinder zwischen 6 und 13 Jahren befragt wurden. Haben Eltern ein Smartphone, dürfen es 43 Prozent der Kinder mitbenutzen.

    Jugendliche schätzen die Geräte nach Klusmanns Beobachtung ganz anders als Erwachsene. «Ein Smartphone ist heute wie ein kleiner Computer.» Telefonieren ist längst nicht mehr die wichtigste Funktion. «Ich kenne das aus meinem privaten Umfeld auch», sagt Kathrin Körber von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. «Das geht so mit 12, 13 los. Die Frage ist, muss es wirklich gleich ein Smartphone sein?» Wenn es zum Beispiel darum geht, dass ein Kind im Bus auf dem Weg nach Hause erreichbar ist, reiche ein einfaches Handy.

    Smartphones sind aber nicht nur in der Anschaffung teuer - sie können auch erhebliche weitere Kosten verursachen. Die wichtigste Möglichkeit, dieses Risiko zu verringern, ist eine Drittanbietersperre. «Die sollte man unbedingt einrichten», sagt Thomas-Martin. «Das geht mit einer Nachricht per Mail oder telefonisch an den Mobilfunkanbieter.» Sicherheitshalber sollten Eltern auf eine Auftragsbestätigung achten. Drittanbieter sind immer wieder für Abzocke in der Kritik - etwa durch überhöhte Kosten für Musik- oder Videoabos.

    Wichtig sei außerdem zu checken, ob es sich bei Prepaidkarten tatsächlich um solche handelt: «Es gibt Anbieter, bei denen Prepaid draufsteht, aber nicht drin ist», warnt die Verbraucherschützerin. «In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen steht dann, dass weitere Kosten entstehen können.» Überprüfen lasse sich das über die Guthabenabfrage per Shortcode - also die Tastenfolge *100#. Diese Funktion lasse sich nur bei «echten» Prepaidkarten nutzen, erklärt Thomas-Martin.

    «Vom Funktionsumfang her sind die Unterschiede meistens minimal», sagt Heinz Thiery von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Es geht fast immer ums Prestige: «Das iPhone ist bei Jugendlichen Kult. Und wenn es nicht so teuer wäre, würde Apple davon noch viel mehr verkaufen», erklärt der Leiter der bke-Onlineberatung.

    Thiery empfiehlt ohnehin, sich zunächst Gedanken um den Tarif zu machen und danach zu gucken, welches Smartphone es sein soll. «Jugendliche machen es meistens andersherum.» Und der Handel weiß das auch: «Die Must-have-Geräte sind meist an die teuren Tarife gebunden», warnt Thiery.

    Prepaidkarten, bei denen sich die Kosten festlegen und damit besser begrenzen lassen, können eine Alternative sein. «Die Internetnutzung ist damit aber teurer als bei Verträgen», erklärt Thiery. «Wenn das Smartphone das Notebook oder den PC ablösen soll, dann ist eine Flatrate vernünftig.» Bei einer Prepaidkarte ohne Flatrate ist die Gefahr sonst groß, dass das Datenvolumen für die Internetnutzung ratzfatz verbraucht ist.

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