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    HamburgDie Sport-Vereinigung und ihre Folgen

    Mit dem Fall der Mauer begann auch die Vereinigung des deutschen Sports. Franz Beckenbauers nach dem WM-Sieg 1990 getroffenen Vorhersage von einem «unschlagbaren» Fußball-Team ging nicht in Erfüllung. In den Spitzengremien der Sportpolitik bleiben Ostdeutsche unterrepräsentiert.

    9. November 1989: Öffnung der Berliner Mauer.

    31. Dezember: Teilnahme von mehr als 30 000 Läufern aus Ost- und Westberlin am Silvesterlauf, der erstmals durch das Brandenburger Tor führt.

    6. Januar 1990: Erzwungener Rücktritt von Manfred Ewald als NOK- Präsident der DDR. Ewald hatte bereits 1988 seine Chef-Position im Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB) der DDR verloren.

    28. Juni: Vereinbarung von Deutschem Sportbund (DSB) und DTSB über einen «realistischen Weg zur Vereinigung des Sports»: Beitritt der fünf in der DDR zu bildenden Landessportbünde zum DSB, Vereinigung des Berliner Sports durch Beitritt des Ost-Berliner Sports zum Landessportbund Berlin, Vereinigung der Fachverbände beider Staaten, Auflösung des DTSB.

    8. Juli: In ganz Deutschland gefeierter Weltmeisterschaftssieg der Fußball-Nationalmannschaft in Rom mit der Aussage von Teamchef Franz Beckenbauer, durch die Vereinigung werde die Nationalmannschaft «unschlagbar».

    31. August: Unterzeichnung des deutsch-deutschen Einigungsvertrags mit der Umstellung der DDR-Sportstrukturen auf Selbstverwaltung. Der Spitzensport soll, «soweit er sich bewährt hat», weiter gefördert werden. Mit dem Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport in Leipzig, heute Institut für Angewandte Trainingswissenschaften, der Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte in Ost-Berlin und dem Dopingkontrolllabor in Kreischa Übernahme von drei Instituten in das vereinte Deutschland.

    3. Oktober: Deutsche Vereinigung durch Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland.

    17. November: Vereinigungs-Bundestag der NOKs in Berlin mit Gültigkeit zum 1. Januar 1991.

    21. November: Beitritt des DDR-Fußball-Verbandes DVF zum Deutschen Fußball-Bund DFB mit Integration von Liga-Mannschaften von der Saison 1991/1992 an. Nach diesem Modell Bildung von einem Fachverband pro Sportart.

    14. Dezember: Vollzug der Sport-Vereinigung in Hannover unter dem Dach des DSB mit Aufnahme der fünf im Osten gegründeten neuen Landessportbünde in den westlichen Dachverband.

    19. Dezember: Erstes Fußball-Länderspiel einer gesamtdeutschen Nationalmannschaft in Stuttgart gegen die Schweiz (mit den ehemaligen DDR-Spielern Matthias Sammer und Andreas Thom).

    1991: Veröffentlichung des Buches «Von der Forschung zum Betrug» von Brigitte Berendonk, in dem sie auf der Basis von Stasi-Akten das staatlich verordnete Doping in der DDR aufdeckt. Eine umfassende Untersuchung zum Staats-Doping liefert sieben Jahre später der Potsdamer Wissenschaftler Giselher Spitzer («Ein historischer Überblick zu einer konspirativen Praxis»).

    8. Februar 1992: Bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Albertville der erste Auftritt des vereinten deutschen Teams unter der Bezeichnung «Germany», es schneidet mit 26 Medaillen (10-10-6) am erfolgreichsten ab. Bei den Sommerspielen in Barcelona belegt Deutschland mit 82 Medaillen (33-21-28) den dritten Platz hinter der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) der ehemaligen Sowjetunion (45-38-29) und den USA (37-34-37).

    20. Mai 2006: Zusammenschluss von DSB und NOK zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Dem 11-köpfigen Präsidium unter Führung von Thomas Bach gehört kein Ostdeutscher an. Zu seinen Beschlüssen zählt der Auftrag an die Wissenschaft, bis 2012 über Doping in der Bundesrepublik und DDR eine umfassende Studie anzulegen.

    1. April 2009: Der Dresdner Ulf Tippelt wird neuer Sportdirektor des DOSB und gehört damit zu den wenigen Ostdeutschen im Dachverband mit einer Spitzenposition. Von den 33 olympischen Fachverbänden werden lediglich Bob- und Schlittensport (Andreas Trautvetter) und Kanu (Thomas Konietzko) von Funktionären aus den neuen Bundesländern angeführt.

    31. Mai: Die Niederlage von Energie Cottbus in der Relegation gegen den 1. FC Nürnberg kennzeichnet den Niedergang des ostdeutschen Fußballs, der nun in der 1. Bundesliga nicht mehr vertreten ist.

    1. Januar 2010: Nach einer Übersicht des DOSB sind 32 Prozent der Bevölkerung in den alten Bundesländern im Sport organisiert, aber nur 13,5 Prozent in den neuen Bundesländern. Damit entfallen allein 92 Prozent der im gesamtdeutschen Sport organisierten Mitglieder (23,7 Millionen) auf den Westen der Bundesrepublik. Einwohnermäßig lautet das Verhältnis zwischen West und Ost 83:17 Prozent.

    28. Februar: Bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver wird das deutsche Team Zweiter (10-13-7) hinter Kanada (14-7-5) - bei den Sommerspielen 2008 in Peking hatte deutschland Platz fünf (16-10-15) hinter China (51-21-28), USA (36-38-36), Russland (23-21-28) und Großbritannien (19-13-15) belegt.

    3. März: Die Bundesregierung stellt ihre Unterstützung des «Goldenen Plans Ost» ein, für den sie seit 1999 71 Millionen Euro aufgebracht hat. Zusammen mit Ländern und Kommunen beträgt die Gesamtförderung in diesem Zeitraum 330 Millionen Euro. Der vom Deutschen Sportbund 1993 erstellte Plan bilanziert einen Investitionsbedarf von sieben Milliarden Euro für Breitensporteinrichtungen, um auf annähernd gleiche Verhältnisse zu kommen wie in den westlichen Bundesländern.

    16. September: Die Veröffentlichung des Buches von Thomas Köhler («Zwei Seiten einer Medaille») hat eine Diskussion darüber ausgelöst, ob die bisher mit einer Einmalzahlung abgefundenen Doping-Opfer der DDR in das Opfer-Entschädigungsgesetz mit einbezogen werden sollen. Der ehemalige Spitzenfunktionär des DDR-Sports gesteht flächendeckendes Doping unter Einbeziehung von Minderjährigen ein mit der Begründung, auch in der Bundesrepublik sei flächendeckend gedopt worden.

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