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    LeipzigDepressionen im Job: Urlaub und Schweigen sind tabu

    Mehr Arbeitnehmer gehen wegen einer psychischen Erkrankung vorzeitig in Rente. Dabei handelt es sich oft um Depressionen. Berufstätige sollten auf erste Signale achten und wissen, dass ein Urlaub alles verschlimmern kann.

    Wegen Depression in Frührente
    Schlapp und willensschwach: Wegen Depressionen müssen immer mehr Menschen in Frührente gehen. (Bild: Rolf Vennenbernd/dpa)
    Foto: DPA

    Urlaub kann eine Depression noch weiter verschlimmern. Wer im Arbeitsalltag erste Anzeichen der psychischen Erkrankung an sich beobachtet, sollte auf keinen Fall in den Urlaub fahren, sagte Prof. Ulrich Hegerl von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. «Denn die Depression reist mit, und man erlebt den Zustand noch schmerzlicher, wenn man irgendwo in der Ferne ist.» Depressive litten oft unter einem Gefühl sehr großer Erschöpfung und wollten einfach nur tief schlafen, um morgens erholt aufzuwachen. Aber Schlaf und Urlaub wirkten oft nur depressionsverstärkend.

    Psychische Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen sind der Hauptgrund für das unfreiwillige vorzeitige Ausscheiden aus dem Berufsleben. Das zeigen neue Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV), die der «Süddeutschen Zeitung» vorlagen. Berufstätige sollten deshalb besonders auf erste Signale achten. Neben dem drängenden Wunsch nach Schlaf könnten auch Hoffnungslosigkeit und das Gefühl, das Arbeitspensum nicht zu schaffen, erste Anzeichen für eine Depression sein, sagte Hegerl.

    Körperliche Beschwerden wie Ohrgeräusche oder Kopf- und Rückenschmerzen könnten ebenfalls zu den Symptomen zählen. Dem Arzt sollten Patienten deshalb neben diesen körperlichen unbedingt auch ihre psychischen Beschwerden schildern. «Eine Depression macht alle bestehenden körperlichen Beschwerden unerträglich, auch wenn man sie sonst immer als Teil des normalen Lebensalltags akzeptiert hat», erläuterte Hegerl.

    Nach der Diagnose sollten Erkrankte neben der Therapie den Beruf aber nicht aufgeben, warnte Hegerl. «Viele Patienten sind froh, wenn sie - bei einem deutlich reduzierten Arbeitspensum - im Räderwerk des normalen Berufsalltags bleiben können.» Denn nur selten sei Arbeitsüberforderung der Auslöser für eine Depression. Auslöser sind laut Hegerl oft Änderungen im Lebensgefüge. Das könnte ein Verlust sein, aber auch scheinbar positive Dinge wie ein Urlaubsantritt oder bestandene Prüfungen. «Manchmal gibt es auch einfach gar keinen Auslöser.»

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