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    Burning Man Festival - Schrille Fata Morgana im Wüstensand

    Black Rock City (dpa/tmn) – Burning Man ist ein Mix aus Woodstock, Love Parade, Mad Max und Dauerparty. Für das bizarre Kunst-Festival im US-Bundesstaat Nevada wird eine Woche lang die Zeltstadt Black Rock City aus dem Wüstenboden gestampft. Zehntausende feiern mit.

    Surreal: Figur El Pulpo
    Abgefahrene Installation: El Pulpo, eine sieben Meter hohe Krake aus Metallabfällen, schwenkt ihre feuerspeienden Arme.
    Foto: Barbara Munker - DPA

    Das grüne Schild mit der Aufschrift «Black Rock City» ist von feinem Wüstensand überzogen. Am Horizont flimmert es bunt im heißen Dunst. Eine Fata Morgana? Tatsächlich ist diese Zeltstadt in der Black-Rock-Wüste im US-Staat Nevada nur eine Woche lang im Jahr zu sehen. Vom 25. August bis zum 1. September lockt das Burning Man Festival in diesem Sommer geschätzte 70 000 «Burner» an: Künstler, Hippies, Techno-Fans, Pyrotechniker und Neugierige aus aller Welt.

    Zeltstadt in der Wüste
    Riesige Zeltstadt: Bis zu 70 000 «Burner» kommen zu dem Wüstenfestival in Nevada.
    Foto: Barbara Munker - DPA

    «Das hier ist wie ein fremder Planet, wo dir fremde Leute im Sandsturm zulächeln und du einfach tun und lassen kannst, was du willst», schwärmt die Münchnerin Birgit Müller. Schon acht Mal pilgerte sie zum Burning Man Festival. «Das ist eine lautstarke Unterbrechung des Alltags», sagt sie über das verrückte Open-Air-Künstler-Kult-Festival.

    Tanzfläche auf dem Festival
    Tanzen im Wüstensand: Rund um die Bühne wird beim Burning Man Festival eine große Party gefeiert.
    Foto: Barbara Munker - DPA

    Schon die Bühne - ein ausgetrockneter Salzsee mit rissiger Bodenkruste - ist extrem. Wie ein riesiges Hufeisen wächst Black Rock City aus Zelten und Wohnmobilen um die «Playa» herum an. Der riesige Strand aus Wüstensand ist die Spielwiese für Zehntausende Menschen, Hunderte Kunstinstallationen, Holzwerke und gigantische Art Cars, die ihre Bahnen ziehen. Dazwischen ein Meer von grell geschmückten Fahrrädern, die besten Transportmittel in Black Rock City.

    Stammgast Birgit Müller
    Mit dem Fahrrad durch die Wüste: Birgit Müller aus München war schon acht Mal beim Burning Man Festival.
    Foto: Barbara Munker - DPA

    Da «schwimmt» ein Schiff durch den Sand, mit wilden Tänzern an Bord. El Pulpo, eine sieben Meter hohe Krake aus Metallabfällen, schwenkt acht feuerspeiende Arme. Eine knallgelbe riesige Quietsche-Ente stößt laute Discotöne aus. Mitten auf der Playa thront der inzwischen über zwölf Meter hohe Mann aus Holz. Nachts strahlt er Neongrün, denn nach Sonnenuntergang wird die braune Wüste zu einem surrealen Karneval aus Lichtern und Feuer.

    Partyboot in der Wüste
    Wie eine Fata Morgana: Ein Schiff «schwimmt» beim Burning Man Festival durch die Wüste von Nevada.
    Foto: Barbara Munker - DPA

    Angefangen hatte es 1986 mit einem kleinen Lagerfeuer am Strand von San Francisco. Damals verbrannte Larry Harvey mit einer Handvoll Freunden zur Sommersonnenwende eine Holzfigur, aus Liebeskummer, so die Legende. 1990 zog das Happening in die Wüste von Nevada um.

    «The Man» brennt
    Abschluss des Spektakels: «The Man» geht in Flammen auf.
    Foto: Barbara Munker - DPA

    Die Eintrittskarte für 380 Dollar (rund 280 Euro) muss man sich vorab besorgen. Noch etwas Kleingeld für Blockeis und Getränke im Center Camp Café, ansonsten gibt es in Black Rock City nichts zu kaufen. Frische Waffeln früh um sechs, kalte Cocktails nach Mitternacht, Trommel-Workshops und Massagen: Das Angebot ist grenzenlos, kostenlos, von den Teilnehmern selbst organisiert. «Aber nichts für Zimperliche, die täglich eine Dusche brauchen», warnt «Burner»-Expertin Birgit Müller. Hitze am Tag, Kälte bei Nacht, plötzliche Staubstürme, für die man Schutzbrillen braucht.

    Wenn am Ende «The Man» und die übrige Holzkunst zu Asche verbrennen und Zehntausende im «Exodus» aus der Wüste abziehen, bleibt nur eine staubige Fata Morgana zurück.

    Webseite des Burning Man Festivals (eng.)

    Burning Man Festival

    Zeitraum: 25. August - 1. September

    Reservierungen: Der Vorverkauf hat schon im Januar begonnen. Tickets kosten rund 280 Euro.

    Anreise: Von San Francisco und Reno aus gibt es Burner-Express-Busse.

    Informationen:Nevada Commission of Tourism, c/o Aviareps Tourism, Josephspitalstraße 15, 80331 München, Tel.: 089/55 25 33 821

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