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  • Briatore und der Singapur-Skandal

    Hamburg (dpa). Flavio Briatore hat das neue Jahr mit einem großen Erfolg vor Gericht begonnen. Die lebenslange Strafe gegen den Italiener wegen des Singapur-Skandals wurde für unzulässig erklärt. Die Deutsche Presse-Agentur dpa dokumentiert den Verlauf des Skandals:

    Das KOMPLOTT:

    27. September 2008: Nach Aussage von Renault-Chefingenieur Pat Symonds schlägt ihm der Brasilianer Piquet am Tag vor dem Rennen in Singapur vor, absichtlich einen Unfall zu verursachen.

    28. September 2008: Bei einem Treffen zwischen Briatore, Symonds und Piquet wird angeblich das Unfall-Szenario diskutiert. Symonds soll Piquet erklärt haben, dass Kurve 17 die beste Stelle für einen Crash ist, um mit Sicherheit eine Safety-Car- Phase zu verursachen.

    Das RENNEN:

    Runde 12: Alonso kommt ungewöhnlich früh zu einem Boxenstopp. Via Funk überzeugt ihn Symonds, dass diese Strategie sinnvoll ist, auch wenn der Spanier als Letzter auf die Strecke zurückkehrt.

    Runde 14: Bei Kurve 17 fährt Piquet in die Mauer. Telemetriedaten zeigen, dass der Rennfahrer seinen Fuß nicht wie normalerweise an dieser Stelle vom Gas nahm. Zuvor hatte er sich mehrfach erkundigt, in welcher Runde er sich befindet. Nach dem Unfall kommt für sechs Runden das Safety-Car auf die Strecke. Alonso rückt immer weiter vor, weil er als einer der wenigen schon getankt hat.

    Runde 34: Alonso übernimmt die Führung und gibt sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Es ist der erste Saisonsieg für Renault.

    Der SKANDAL:

    26. Juli 2009: Der Ungarn-Grand-Prix ist das letzte Rennen für Piquet im Renault. Danach wird er wegen Erfolglosigkeit entlassen. Im Gegenzug kontaktiert sein Vater Nelson Piquet Sen. FIA-Präsident Max Mosley und kündigt eine Aussage seines Sohnes in Sachen Singapur an.

    30. Juli 2009: Bei einer Anhörung in Paris erklärt Piquet Jr., Briatore und Symonds hätten ihn angewiesen, den Unfall zu verursachen. Er sei darauf eingegangen, weil er sich einen Vertrag für die neue Saison sichern wollte.

    3. August 2009: Piquet Jr. gibt auf seiner Internetseite offiziell bekannt, dass Renault ihn entlassen hat. Er bezeichnet Briatore, der auch sein Manager ist, als «meinen Henker».

    17. August 2009: Im Büro der privaten Ermittler von Quest, die von der FIA mit der Untersuchung beauftragt wurden, nennt Piquet Jr. bei einer zweiten Befragung weitere Details.

    27. August 2009: Am Rande des Großen Preises von Belgien in Spa- Francorchamps werden Alonso und die Renault-Teamführung zu den Vorwürfen vernommen. Alonso erklärt, nichts gewusst zu haben. Briatore weist die Anschuldigungen zurück. Symonds verweigert in den meisten Punkten die Aussage.

    30. August 2009: Unmittelbar nach dem Belgien-Rennen berichten Medien in Brasilien erstmals über den Skandal. Die FIA bestätigt zunächst nur Ermittlungen bei einem früheren WM-Rennen.

    4. September 2009: Die FIA lädt Renault zu einer außerordentlichen Sitzung des Motorsport-Weltrats am 21. September vor.

    10. September 2009: Aus unbekannter Quelle tauchen immer mehr Details aus den FIA-Ermittlungen in der Öffentlichkeit auf.

    11. September 2009: Renault und Briatore erstatten Strafanzeige gegen die Piquets wegen «falscher Anschuldigungen im Zusammenhang mit einem Erpressungsversuch». FIA-Chef Mosley sichert Piquet Jr. Straffreiheit zu. Auch Symonds soll ein ähnliches Angebot erhalten haben, wenn er umfassend aussagt.

    16. September 2009: Briatore und Symonds verlassen das Renault- Team. Der Rennstall gibt bekannt, dass er «die Anschuldigungen der FIA nicht bestreitet» - praktisch ein Schuldeingeständnis.

    21. September 2009: Nach einer 90-minütigen Anhörung in Paris verurteilt der Motorsport-Weltrat den Rennstall Renault zu einer Sperre von zwei Jahren auf Bewährung. Briatore wird für «unbegrenzte Zeit» aus allen FIA-Rennserien verbannt. Symonds wird für fünf Jahregesperrt.

    5. Januar 2010: Ein Pariser Gericht erklärt die FIA-Strafe gegen Briatore für unzulässig.

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    Bettina Tollkamp

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