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    ShanghaiBrawn: Schumacher «kommt mehr und mehr in Fahrt»

    Mercedes-Teamchef Ross Brawn gilt als «Superhirn» der Formel 1. Der Brite hat Michael Schumacher zum Comeback bewegt und ist auch nach dem enttäuschenden Saisonstart vom Rekord-Weltmeister überzeugt.

    Selbstbewusst
    Teamchef Ross Brawn ist trotz des schlechten Saisonstarts das Lachen nicht vergangen.

    «Michael kommt mit jedem Wochenende mehr und mehr in Fahrt», sagte Brawn im Interview der Nachrichtenagentur dpa vor dem vierten Saisonrennen in Shanghai.

    Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Leistung des Teams Mercedes Grand Prix?

    Brawn: «In den ersten drei Rennen hat das Team sehr gut gearbeitet. Besonders stark war unsere Leistung beim schnellen Boxenstopp von Nico Rosberg in Malaysia, mit dem der dritte Rang und letztlich der erste Podiumsplatz gesichert wurde. Unser Auto war zuverlässig, mit der Ausnahme des Radmutter-Problems in Malaysia. Ich bin sehr zufrieden mit den Auftritten beider Fahrer. Wir haben ordentliche Ergebnisse erzielt, die den Leistungsstand unseres Autos widerspiegeln. Aber wir müssen realistisch sein und anerkennen, dass wir derzeit nicht schnell genug sind, um derzeit mit den führenden Teams mitzuhalten. Mit dieser Situation sind wir natürlich nicht glücklich und arbeiten daher so hart wie möglich, um die Lücke zu schließen.»

    Was erwarten Sie beim Großen Preis von China?

    Brawn: «Wir hoffen, dass wir den Aufwärtstrend in China fortsetzen können. Gerade für Michael wäre es besonders gut, wenn er ein problemfreies Rennen haben würde und zeigen könnte, welche Fortschritte er seit Saisonbeginn gemacht hat.»

    Wann erwarten Sie, die Lücke zwischen Ihrem Team und den derzeit führenden Rennställen schließen zu können?

    Brawn: «Die Spitzenteams sehen im Moment sehr stark aus. Wir räumen unumwunden ein, dass wir nicht den Leistungsstand haben, den wir uns wünschen würden. Bei uns läuft ein aggressives Entwicklungsprogramm für die nächsten Monate, mit dem wir den Rückstand zu diesen Teams aufholen sollten. Es ist nicht leicht, vorherzusagen, wann das passieren wird. Aber jeder im Team arbeitet extrem hart daran, sicherzustellen, dass wir dieses Ziel so schnell wie möglich erreichen.»

    Wie bewerten Sie Michael Schumachers bisherige Leistungen?

    Brawn: «Michael hat einen starken Einfluss auf das Team. Er ist nach drei Jahren Formel-1-Pause noch dabei, wieder Fuß zu fassen. Aber es ist ziemlich klar, dass er mit jedem Rennen stärker wird. Leider hatte Michael keine guten Rennen in Melbourne oder Malaysia, in beiden Fällen lagen die Gründe dafür außerhalb seiner Kontrolle. Aber sein technischer Beitrag ist von unschätzbarem Wert.»

    Sehen Sie nach den Eindrücken der ersten drei Rennen eine Chance für Michael Schumacher im Titelrennen oder ist Nico Rosberg ihre bessere Option?

    Brawn: «Der Titelkampf ist noch lange nicht entschieden. Mit dem neuen Punktesystem kann es an nur einem Renn-Wochenende in der Gesamtwertung dramatische Veränderungen geben. Nico ist extrem schnell und sehr gute Rennen gefahren, besonders in Malaysia. Aber Michael kommt mit jedem Wochenende mehr und mehr in Fahrt. Ich denke, es wird ein faszinierender Kampf zwischen ihnen. Beide werden gute Ergebnisse erzielen, sobald wir ihnen ein Auto geben, dass ihren Talenten entspricht. Dann werden sie ganz vorn mitfahren können.»

    Sie kennen Schumacher schon lange. Wie hat er sich auf und neben der Strecke seit seinem ersten Rücktritt 2006 verändert?

    Brawn: «Michaels Herangehensweise ans Rennfahren hat sich seit unserer gemeinsamen Zeit bei Ferrari überhaupt nicht geändert. Er war schon immer der ultimative Profi, voller Hingabe. Er liefert noch immer ein technisches Feedback auf enorm beeindruckendem Niveau. Außerdem ist er fitter als jeder 41-Jährige, den ich kenne. Aber vor allem genießt Michael seine Rückkehr in den Sport. Und ich weiß, dass er das Gefühl liebt, wieder in der Spitzenklasse des Motorsports dabei zu sein.»

    Wie würden Sie das Miteinander von Schumacher und Rosberg in der Box beschreiben?

    Brawn: «Michael und Nico beweisen, dass sie sehr starke Team-Player sind und arbeiten sehr gut zusammen. Wir waren immer sehr offen im Team, beide Fahrer und ihre Ingenieure arbeiten eng miteinander an der Verbesserung unseres Autos. Das hat oberste Priorität.»

    Interview: Christian Hollmann, dpa

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