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    BernBesuch in Bern: Einstein-Haus und Zeitglockenturm

    Vom Zeitglockenturm in Bern sind es nur ein paar Minuten bis zu Albert Einsteins Wohnzimmer. Dazwischen liegen jedoch mehrere Jahrhunderte Wissenschaftsgeschichte. Der Weg lohnt sich, ebenso ein Besuch der Sehenswürdigkeiten - am besten im Kombipack.

    Touristenmagnet
    Berns Zeitglockenturm zieht Touristen geradezu magnetisch an - zu jeder vollen Stunde ist ein Figurenspiel mit hohem Unterhaltungswert zu sehen. (Bild: swiss-image.ch/Terence du Fresne/dpa/tmn)

    In Bern ist die Zeit nicht stehengeblieben, aber die Uhren gehen hier etwas anders. Im Vergleich zu Zürich scheinen sie ruhiger zu ticken, auch und gerade in der Kramgasse in der Altstadt. Hier sind nahe beieinander zwei Sehenswürdigkeiten zu finden, die eng mit dem Thema Zeit verbunden sind. Die eine ist der «Zytglogge» genannte Zeitglockenturm, die andere die Wohnung Albert Einsteins in der Kramgasse 49, in der der Physiker und spätere Nobelpreisträger seine Relativitätstheorie entwickelt hat.

    Überdimensionales Zifferblatt
    Das überdimensionale Zifferblatt am Berner Zeitglockenturm ist ein Hingucker - seit vielen Jahrhunderten zeigt es, was die Stunde geschlagen hat. (Bild: swiss-image.ch/Terence du Fresne/dpa/tmn)

    Einsteins früheres Wohnhaus in der Hauptstadt der Schweiz fällt auf den ersten Blick nicht weiter auf, der «Zytglogge»-Turm dagegen sticht sofort ins Auge: Er war bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts das Westtor der Stadt. Im Durchgang sind noch die mittelalterlichen Maße zu sehen, Schweizer und Berner Fuß zum Beispiel. «Damals war er aber auch ein Verteidigungsturm», erklärt Stadtführerin Ursula Arregger.

    Hohe Kunst der Zeitmessung
    Technisches Wunder: Das Uhrwerk im Zeitglockenturm in Bern stammt aus dem Spätmittelalter und arbeitet noch immer präzise. (Bild: Heimann/dpa/tmn)

    Weil sich Bern ausdehnte, stand der Turm 100 Jahre später fast im Stadtzentrum - und hatte seine ursprüngliche Funktion verloren. Am Anfang des 15. Jahrhunderts bekam er ein Uhrwerk mit Glockenschlag. Das riesige Zifferblatt mit golden glänzenden, römischen Zahlen zieht heute viele Touristen in den Bann. Oft stehen sie mit gezückter Kamera und mit dem Kopf in den Nacken gelegt «Bim Zytglogge», wie der Platz am Beginn der Kramgasse heißt.

    Einsteins gute Stube
    Sie zeigt Besuchern, wie die Uhren in Bern ticken: Stadtführerin Ursula Arregger kennt den Zeitglockenturm wie ihre Westentasche. (Bild: Heimann/dpa/tmn)

    «Als wir die Touren auf Einsteins Spuren entwickelt haben, haben wir uns gefragt: 'Wo fangen wir an?'», erzählt Arregger. «Und wir haben dann gesagt 'Nicht bei der Relativitätstheorie, sondern im Zeitglockenturm'.» Die Frage, was Zeit ist und wie sie sich messen lässt, habe die Menschen seit vielen Jahrhunderten interessiert. Eine kleine Ausstellung oben im Zeitglockenturm belegt das: Eine Sonnenuhr ist da zu sehen, eine Wasseruhr, eine Sanduhr und eine Kerzenuhr, wie sie in Klöstern verwendet wurde.

    Junger Einstein
    Der junge Herr Einstein bei der Arbeit - das Bild aus seiner Zeit im Berner Patentamt hängt heute im Einstein-Haus in der Kramgasse. (Bild: Heimann/dpa/tmn)

    «Im Turm selbst gab es seit 1405 eine Uhr», sagt Arregger. Das immer noch funktionstüchtige Schlagwerk stammt, gefertigt von einem Waffenschlosser, aus dem Jahr 1530. Es ist fast drei Meter hoch. «Der Rahmen ist original, die Räder sind es auch», erzählt Arregger. Etliche Zähne mussten aber erneuert werden. Eindrucksvoll ist die fast 150 Kilogramm schwere Kugel, die das Pendel bewegt. Zu jeder vollen Stunde ist an der Außenseite ein Figurenspiel neben dem Ziffernblatt zu sehen: Ein Bär zeigt sich, ein Harlekin lässt seine Schellen hören. Dann lässt Chronos die Glocke schlagen - und gleich dreimal während des Spektakels kräht ein Hahn.

    Das Einstein-Haus ist nur ein paar Minuten entfernt. Eine schmale Treppe führt hoch in die Wohnung, die der Physiker von 1903 bis 1905 gemietet hatte. Sein Sohn Hans Albert ist dort geboren worden, ebenso die Relativitätstheorie. Seit dem Juni 1902 war Einstein «Technischer Experte dritter Klasse» beim Patentamt in Bern - und grübelte gerne auch über ganz andere Themen.

    Vorne am Eingang der Wohnung steht das Pult, das er im Patentamt benutzt hat. «Er hat dort an sechs Tagen jeweils acht Stunden gearbeitet», erzählt Ursula Schoch von der Einstein-Gesellschaft. «Aber hier in der Wohnung hat er seine Texte geschrieben und unsere Begriffe von Raum, Zeit und Geschwindigkeit revidiert.»

    Im Wohnzimmer stehen Blumen auf dem Tisch, drei Stühle drumherum, ein Geschirrschrank und ein Sofa an der Wand, an der auch viele Familienfotos hängen. Sie zeigen Einsteins Kinder, aber auch das Genie selbst beim Segeln und Violinespielen - seinen beiden großen Leidenschaften neben der Physik. «Das Sofa ist aus Einsteins Besitz, allerdings aus Zürich», sagt Schoch. «Aber der Parkettboden, auf dem wir stehen, auf dem stand auch schon Albert Einstein.»

    Informationen:

    Schweiz Tourismus, Postfach 16 07 54, 60070 Frankfurt, Kostenloses Telefon: 00800/100 200 30, E-Mail: info@myswitzerland.com

    Bern Tourismus, Telefon von Deutschland: 0041/31/328 12 12, E-Mail: info@berninfo.com

    Das Einstein-Haus ist geöffnet täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr. Im Februar und März ist es sonntags geschlossen.

    Webseite Bern Tourismus

    Webseite Schweiz Tourismus

    Infos zum Einstein-Haus

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