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  • Aufbruch gegen Weltmeister: DHB-Team frohen Mutes

    Yangzhou (dpa). Neue Stadt, neues Glück: Ohne Punkte, aber auch ohne Furcht stürzen sich die deutschen Handball-Frauen bei der Weltmeisterschaft in China ins Abenteuer Hauptrunde.

    Mit dem Umzug von Wuxi in den nächsten Spielort Yangzhou hat das Team um Torhüterin Clara Woltering das Debakel gegen Frankreich hinter sich gelassen und fiebert frohen Mutes dem Kräftemessen mit Titelverteidiger Russland entgegen. «Ich find's cool. Ich freue mich. Die Leistung gegen Frankreich war eine Katastrophe und spiegelt nicht wider, was wir uns zuvor erarbeitet haben. Alle freuen sich auf das Duell. Ich hoffe, dass wir unser Selbstbewusstsein wiederfinden», verkündete Woltering.

    Das 15:29-Fiasko zum Vorrunden-Abschluss hat die Halbfinal-Chancen der deutschen Mannschaft auf ein Minimum reduziert. «Wir haben uns selbst einen Tiefschlag verpasst. Mit dem Verlassen des Hotels in Wuxi haben wir die Sache erstmal abgelegt», sagte Bundestrainer Rainer Osmann. Nur drei Siege in den drei Partien gegen Russland, Österreich und Angola halten die Möglichkeit auf die Medaillenrunde offen. «Wir denken nun von Spiel zu Spiel und versuchen, diese drei Aufgaben schrittweise erfolgreich zu gestalten», kündigte Osmann an.

    Mit einem Coup gegen den Weltmeister, der nach Olympia-Silber in Peking 2008 seine Mannschaft ebenfalls neu formiert hat, will die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) die Demontage vergessen machen. «Dass uns mit Russland der aktuelle Weltmeister gegenübersteht, sehe ich mit gemischten Gefühlen. Wir haben nichts zu verlieren. Wir sind nicht der Favorit, aber wir können etwas korrigieren, nämlich die Art unseres Auftretens», forderte Osmann, «gerade die erfahrenen Spielerinnen müssen jetzt vorangehen, um den jungen ein Stück Rückhalt zu geben.»

    Clara Woltering, mit 113 Länderspielen eine der Routiniers im jungen deutschen Team, nahm sich und ihre Kolleginnen in die Pflicht. «Unsere Marschroute ist klar: Wir wollen alle drei Spiele gewinnen, jeden Gegner mit voller Konzentration angehen und möglichst sechs Punkte holen», sagte sie.

    Nach einem ersten Training im Yangzhou Sports Garden Gym sieht der Bundestrainer dem Hauptrunden-Auftakt mit ebenso viel Zuversicht wie Skepsis entgegen. «Die Mannschaft wirkt wieder frisch, aber auch angespannt», berichtete er, fügte aber auch an: «Wir warten erstmal ab und schauen, wie wir die Spitze gegen Frankreich verkraftet haben. So ein Hoffnungspflänzchen kann nur mit einem Sieg gegen Russland wachsen und vielleicht auch andere Konstellationen entstehen lassen.» Mut kann ein Blick in die Statistik machen: Bei der EM vor exakt einem Jahr besiegte die DHB-Auswahl nach einem schwachen Spiel gegen Weißrussland die Russinnen in der Hauptrunde mit 27:22.

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