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    StuttgartAmerell kontra DFB: Der Streit geht weiter

    Die Auseinandersetzungen zwischen Manfred Amerell und dem DFB gehen weiter - auch wenn es im neuen Akt des Schiedsrichter-Skandals zunächst einmal nur um ihn und den Referee Michael Kempter geht.

    Manfred Amerell
    Der frühere Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell im Landgericht in Hechingen.

    Aber Amerell nutzte das mit Spannung erwartete Zivilverfahren vor dem Landgericht Hechingen auch dazu, um seine Vorwürfe gegen den Verband zu erneuern: Der Deutsche Fußball-Bund habe ihn im Zuge der Affäre nie angehört, nie mit den konkreten Vorwürfen konfrontiert und quasi zum Rücktritt von seinen Ämtern im Schiedsrichter-Wesen gedrängt.

    Der DFB reagierte darauf zurückhaltend. Weder Verbandssprecher Ralf Köttker noch der Leiter der Schiedsrichter-Kommission, Herbert Fandel, wollten die Anschuldigungen Amerells auf Nachfrage kommentieren. Nur DFB-Vizepräsident Rolf Hocke wies sie in seiner Funktion als Chef des Süddeutschen Fußball-Verbands zurück.

    «Wir haben auf süddeutscher Ebene extra eine Kommission gebildet und auch Herrn Amerell und seinen Anwalt angehört. Diesen Vorwurf muss ich mir nicht machen lassen», sagte er. Außerdem sei Amerell «auf einer anderen juristischen Ebene gegen den DFB beziehungsweise Präsident Theo Zwanziger gescheitert. Das darf man nicht vergessen». Erst Anfang des Monats war der ehemalige Schiedsrichter-Sprecher in letzter Instanz mit dem Versuch gescheitert, Zwanziger gerichtlich zu untersagen, öffentlich von einer Amtspflichtverletzung zu sprechen.

    Doch so sehr der DFB auch betont, die Affäre aus seiner Sicht abgeschlossen und mit dem Verfahren in Hechingen nichts zu tun zu haben: Die Rolle des Verbandes bleibt umstritten. Präsident Zwanziger geriet bereits während des vergangenen Jahres zunehmend in die Kritik, weil er sich zu schnell zu einseitig auf die Seite Kempters geschlagen haben soll. Der DFB berief sich immer darauf, dass sich bei ihm nach Kempter noch drei weitere Schiedsrichter gemeldet hatten, die von Amerell sexuell belästigt worden sein sollen.

    Vor Gericht warf der 63-Jährige Kempter nun vor, sich mit diesem Trio in Stuttgart getroffen und die Aussagen abgestimmt zu haben. Die Namen der drei Referees nannte er allerdings nicht.

    Dafür griff Amerell den DFB scharf an. Er habe am 1. Februar 2010 einen Anruf aus der Geschäftsstelle erhalten mit der Bitte, «in einer persönlichen Angelegenheit» nach Frankfurt zu kommen. «Das war Kaffeeklatsch bei Theo», erzählte der Augsburger. «Es wurde nichts protokolliert, keine Vernehmung durchgeführt und mir wurden auch keine konkreten Vorwürfe gemacht.» Drei Tage später habe ihn Hocke angerufen und zum Rücktritt aufgefordert. «Sonst wird man alles in der DFB-Präsidiumssitzung öffentlich machen.»

    Bis heute, klagte Amerell, habe ihn der Verband nie offiziell angehört. Kempters Anwalt Christoph Schickhardt warf er vor, sich so zu verhalten, als ob er vom DFB bezahlt werde.

    Bei dem Verfahren in Hechingen geht es um den Kern der Affäre: die intimen Kontakte zwischen Amerell und Kempter. Die Frage ist, ob die im Einvernehmen oder unter dem Druck des 36 Jahre älteren ehemaligen Funktionärs geschahen. Das Verhalten Zwanzigers in diesem Fall hatte der am 12. Februar 2010 von allen Ämtern zurückgetretene Amerell in der Folgezeit immer wieder aufs Schärfste kritisiert.

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